Midlands

Heart of England (West Midlands)

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Heart of England
( West Midlands)
Cotswolds - Bourton-on-the-Water - Evesham - Gloucester - Stratford - Charlecote Park - Upton House - Hidcote Manor Garden - Worcester - Brockhampton Estate - Berrington Hall - Croft Castle - Rugby - Coventry - Tewkesbury - Shrewsbury - Shugborough Estate - The Potteries - Wedgwood - Birmingham - Bournville - Packwood House - Baddesley Clinton - Dudley Black Country Museum - Telford - Blists Hill Museum
East Midlands Stowe Garden - Silverstone - Leicester - Peak District - Chatsworth House - Sherwood Forest - Lincoln - Horncastle - Skegness - Tattershall Castle - Grantham - Belton House - Melton Mowbray - Stamford - Burghley House - Spalding

Heart of England (West Midlands)

(1) Coventry Cathedral, (2) Lady Godiva and Peeping Tom, (3) Rugby, (4) Shrewsbury,
(5) Ironbridge, (6) Shakespeare's Birthplace, Stratford, (7) Wedgwood, (8) Birmingham, (9) Bourton-on-the-Water, Cotswolds


In den 1930er Jahren unternahm der Schriftsteller J. B. Priestley (1894-1984), vielen aus ihrer Schulzeit als Autor von An Inspector Calls bekannt, eine Reise durch England und schrieb 1933 in English Journey über die Cotswolds:
"The most English and the least unspoiled of all our countrysides. We ought to take the whole of that exquisite countryside and lay it on our consciences. It could be turned into a sort of national park.. The beauty of the Cotswolds belongs to England, and England should see that she keeps it."
Seinem Wunsch wurde entsprochen, die Cotswolds sind eine ‚Area of Outstanding Natural Beauty' mit über 50 Schutzzonen, mehr als 4.000 histoirischen Gebäuden und einer Arbeitslosigkeit von unter 10%. Priestley selbst lebte später am Rande der Cotswolds außerhalb von Stratford.
Man findet versteckte kleine Dörfer off the beaten track wie Painswick, Biddestone, Winchcombe oder Woodstock, oder eine historische Kirche, so wie die in Northleach, die oft ‚Cathedral of the Cotswolds' genannt wird. Die Häuser sind meist aus dem örtlichen honigfarbenen Limestone erbaut wurden, der auch für den Innenausbau und die Dachziegeln verwendet wird und ihnen ein einheitliches architektonisches Bild verleiht. Zwischendurch sieht man überall die ‚Drystone Walls', von denen viele aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen und von hoher handwerklicher Kunst zeugen, da sie nicht von Zement zusammengehalten werden. Vom 13. - 15. Jahrhundert waren die Cotswolds durch ihre Schafe mit einem dicken Vließ und die gute Qualität ihrer Wolle bekannt. Auch heute noch gehören die Schafe zum typischen Gesicht der Cotswolds.
Es gibt eine Romantische Straße durch die Cotswolds von Broadway aus, die den Spuren von vielen Künstlern, Schriftstellern und Handwerkern folgen, die ihre Inspiration von den Cotswolds erhalten haben. Das Klima ist mild und die Cotswolds ziehen das ganze Jahr Touristen an, besonders aber im Frühling und Herbst.
Bourton-on-the-Water, The Little Venice of the Cotswolds genannt wegen des Flusses Windrush, der durch das Zentrum fließt, wahrscheinlich der populärste Ort der Cotswolds. Die Kombination aus dem klaren Wasser und den niedrigen Brücken, die den Fluß überqueren, schaffen eine Atmosphäre, die man am besten früh morgens und außerhalb der Saison genießt. Es lohnt sich, in Ruhe durch die kleinen Geschäfte des Ortes zu bummeln, wie z.B. die Cotswold Perfumery. Das Cotswold Motor Museum, eine Replika des Ortes im Model Village und der Birdland Park and Gardens lohnen ebenfalls einen Besuch. Stow-on-the-Wold, am römischen Fosse Way gelegen, entstand wahrscheinlich aus einer prähistorischen befestigten Siedlung auf einem Berg und ist ein Zentrum für Antiquitäten. Der Marktplatz ist groß und von Häusern, Geschäften und Lokalen umgeben, die alle im lokalen Cotswoldsstein gebaut sind. Wer es unbedingt sehen will, sollte es tun, für alle anderen ist es far too busy.
Upper Slaughter und Lower Slaughter leiten sich von ‚miry place' (sumpfiger Ort) ab, der er heute mit Sicherheit nicht mehr ist. Der kleine Fluß Eye verbindet die beiden Orte. Lower Slaughter ist der hübschere und stärker besuchte Ort, wunderbar erhalten mit einer Wassermühle und Entchen auf dem Bach, so dass die Besucher vorwiegend entlang dieses Baches laufen. Upper Slaughter hat ebenfalls alte Cottages und Farmen und ein Manor House, das heute ein Hotel ist. Lohnend ist ein Spaziergang von einem zum andern Ort.
Cheltenham Spa ist Kurort, seit vor dreihundert Jahren Mineralquellen entdeckt wurden. Die Stadt ist berühmt für seine Regency Architektur, exklusive Geschäfte und bunte Parks, Pferderennen, Literatur und Musikfestivals.

Auf der A 46 kommt man nach Evesham, das innerhalb einer Flussschlinge des Avon entstanden ist und das Tal von Evesham durchfließt. Der Ortsname wird unterschiedlich ausgesprochen: 'Eve-shum' ist die üblichere Aussprache, aber es wird auch 'Eve-er-shum' ausgesprochen, die jüngeren Einwohner nennen es zärtlich ‚The Sham'.
Die Umgebung ist dank seines fruchtbaren Bodens bekannt für seine Obstproduktion und sein ‚Market Gardening', das eine hohe Zahl an Saisonarbeitern beschäftigt und eines der Haupterzeugungsgebiete Englands von Obst und Gemüse ist. Zu seinen besten Zeiten kam es in seiner Bedeutung direkt hinter Kent. Sein Niedergang begann in der 2. Hälfte des 20. Jh. und heute sind viele Obstgärten verwildert.


Gloucester ist Hauptstadt der Grafschaft Gloucestershire mit reicher geschichtlicher Vergangenheit von römischen Fundamenten, viktorianischen Docks und einer prächtigen normannischen Kathedrale im Stadtzentrum, ein Setting, das für den Film Harry Potter and the Philosopher's Stone und Harry Potter and the Chamber of Secrets als Kulisse diente.

Stratford-upon-Avon im ländlichen Warwickshire am Fluß Avon gelegen, geht auf mittelalterliche Entstehung zurück. Stratford wird wohl gemeinhin mit dem elisabethanischen Schriftsteller William Shakespeare verbunden, der hier geboren wurde - sagt man. Daher kann man ermessen, dass die Stadt Heerscharen von Touristen anzieht, neben den Amerikanern vor allem Japaner, die einem aber wegen ihrer Größe nicht unbedingt den Blick verstellen. Die Stadt macht eine gepflegten Eindruck und bietet auch für den Gourmet ein breites Angebot an guten Restaurants mit heimischer und internationaler Küche. Viele Besucher kommen, um eine Aufführung der ‚Royal Shakespeare Company' zu sehen, die drei sehr unterschiedliche Theater betreibt. Ausserdem gibt es Shakespeare's Birthplace mit einem großen Informationszentrum, Anne Hathaway's Cottage, Mary Arden's House und - 15 Meilen entfernt - Warwick Castle zu sehen, eines der schönsten und besterhaltenen Burgen Englands, daneben noch viele schöne Fachwerkhäuser aus der Tudorzeit.

Sechs Kilometer östlich von Straford liegt Charlecote Park, ein großartiger Landsitz aus dem 16. Jh. mit einem Dammwildpark am Ufer des Avon. Seit 1946 ist es im Besitz des National Trust, seit über 700 Jahre die Heimat der Lucy-Familie, die mit Wilhelm dem Eroberer nach England kam. Mit seinen hellen Ziegelsteinen und den riesigen Kaminen ist Charlecote der Inbegriff von Tudor-England. Es gibt viele Verbindungen mit Elisabeth I. und Shakespeare, der das Haus gut kannte und einmal angeklagt wurde, die Rehe im Park gewildert zu haben.
An der A 422 zwischen Stratford-upon-Avon und Banbury liegt Upton House. Es ist aus örtlichem gelben Sandstein erbaut und stammt aus dem späten 17. Jh., ist aber nur von bescheidenem architektonischen Interesse. Es wurde vom National Trust fast ausschließlich wegen seiner Kunstsammlung erworben. Diese Sammlung englischer und europäischer alte Meister wurde von Walter Samuel, dem zweiten Viscount Bearstead zusammengestellt, der es mit dem Vermögen erwarb, das sein Vater Marcus Samuel als Begründer der Ölgesellschaft Shell verdient hatte. Außerdem gibt es eine Sammlung englischen Porzellans, ein Art-Deco Bad und eine Sammlung früher Shell-Werbeposter.
Südlich von Stratford liegt Hidcote Manor Garden. Er wurde von dem in Amerika geborenen Gartenbauarchitekt Major Lawrence Johnston geschaffen und wird oft als einer von Englands großen ‚Arts and Crafts'-Gärten (einer Bewegung, die gegen Ende des 19. und Anfang des 20. Jh. vorherrrschte und Wert auf natürliche Baustoffe und traditionelles Handwerk legte) mit seiner Sammlung an seltenen Bäumen, Gehölzen und Blumenrabatten bezeichnet. Der Garten ist in einer Serie von Außenräumen angeordnet, die durch Mauern und Hecken jeweils einen anderen Charakter haben. Da die vielen Pflanzenarten zu verschiedenen Jahreszeiten ihre volle Pracht entwickeln, lohnt sich ein Besuch zu jeder Jahreszeit.
Westlich von Stratfordgelangt man nach Worcester, Hauptstadt der Grafschaft Worcestershire. Die Kathedrale wurde 680 vom Bischof Bosel gegründet. Die Kathedrale stammt aus dem 12. und 13. Jh., die Krypta aus dem 10. Jh., als St. Oswald Bischof von Worcester war. 1540 wurden die Benediktinermönche vertrieben und durch weltliche Stiftsherren ersetzt. Die Kathedrale hat eine lange Tradition für ihre Orgeln, von denen die Robert Hope-Jones Orgel von 1896 eine der berühmtesten ist. Sie wurde 1925 umfangreich restauriert, 2006 ausgebaut und durch eine neue ersetzt. Die Stadt wurde an einer Furt über den Fluss Severn gegründet. Unter den Römern war die Stadt "Vertis" ein blühendes Handels- und Produktionszentrum, erfuhr danach einen Niedergang, wurde aber in der Mitte des 7. Jh. Bischofssitz. Im Mittelalter hatte Worcester 10.000 Einwohner und war ein lokales Zentrum der Tuchherstellung. Heute gibt es noch die Royal Worcester-Porzellanfabrik in der Stadt und etwas außerhalb eine Fabrik, die wohl das berühmteste Produkt von Worcester herstellt, die Worcester Sauce der Firma Lean & Perrins.
In der Nähe von Bromyard liegt Lower Brockhampton mit Brockhampton Estate, einer Farm und einem mittelalterlichen Herrenhaus, das 1946 mit seinen 688 ha in den Besitz des National Trust kam. Die Farmen bestehen noch heute und liegen innerhalb großer Wälder mit alten Eichen und Buchen, in denen man ausgedehnte Wanderungen unternehmen kann. Im Zentrum liegt Lower Brockhampton House, ein Herrensitz aus dem 14. Jh., der von einem Wassergraben umgeben ist mit einem schönen Torhaus aus Fachwerk und der Ruine einer Kapelle.
Zwei weitere Herrensitze im Besitz des National Trust sind noch von Interesse. In der Nähe von Leominster liegt Berrington

Hall, ein im neoklassischen Stil im späten 18. Jh. erbauter Landsitz. Er hat eine sehr strenge äußere Fassade, aber das Innere ist feinsinnig und erlesen mit seinen verzierten Decken und einem spektakulärem Aufgang in der Eingangshalle. Es zeigt eine schöne Sammlung an Mobiliar und Bildern, eine viktorianische Waschküche und eine Molkerei aus der dem frühen 19. Jh. Berrington hat den letzten von Capability Brown entworfenen Garten mit Berrington Pool, einem See mit einer Insel. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf die Brecon Beacons, die bereits in Wales liegen.
Nur wenige Kilometer westlich liegt CroftCastle in einem riesigen Park, seit dem 11. Jh. im Besitz der Croft-Familie. Das jetzige Gebäude stammt aus dem 14. Jh. und wurde umfangreich verändert. Es besteht aus einem viereckigen Steinhaus mit kleinen runden Türmen an jeder Ecke. Es gibt einen Walled Garden, einen Kitchen Garden und einen Park mit von alten spanischen Kastanienbäumen umrahmten Wegen und Ausblicke über das einst umkämpfte Border Country zu Wales.

Rugby wird im Zentrum von dem riesigen Gelände mit den Gebäuden von Rugby School beherrscht. Sie wurde bereits 1567 mit dem Geld aus dem Erbe von Lawrence Sheriff gegründet, der sein Vermögen mit der Lieferung von Lebensmitteln an Königin Elisabeth I. gemacht hatte. Sie ist eine der neun berühmten englischen Public Schools, wie sie im 'Public Schools Act' von 1868 genannt werden (Charterhouse School, Eton College, Harrow School, Merchant Taylors' School, Rugby School, Shrewsbury School, St Paul's School, Westminster School, Winchester College). Die Schule sollte nach seiner Absicht ein kostenloses Jungengymnasium sein, erhob aber doch Gebühren und so wurde die Lawrence Sheriff Grammar School gegründet, um Sheriffs Absichten umzusetzen. Trotzdem erhält Rugby School jedes Jahr hohe Zuwendungen aus dem Vermögen von Sheriff für Freiplätze für Schüler aus der Umgebung. Die Hauptgebäude waren um 1815 fertig und wurden um das ‚Old Quad' im georgianischen Stil gebaut.
Sein berühmtester Direktor war Dr. Thomas Arnold, der 1828 diese Position erlangte und viele Schulreformen ausführte mit einem Schwerpunkt auf Sport, ‚Fair Play' und Verantwortung für seine Schüler, die das Public School System bekannt machte Das Spiel Rugby verdankt der Schule seinen Namen. An die Legende William Webb Ellis und dem Ursprung des Spiels wird mit einer Gedenktafel erinnert. Es bleibt ein Mythos, da es damals keine Regeln für Fußball gab und der Ball meist getragen wurde. Die Spiele wurden von Schülern und nicht von Lehrern organisiert und die Regeln wurden nicht aufgeschrieben. Sie wechselten mit den jeweils neuen Schülern. Auch Cross Country Running wurde in Rugby erfunden. 1975 wurden die ersten Mädchen zugelassen, seit 1995 ist die Schule voll koedukativ. Zu berühmten ehemaligen Schülern gehören der Kriegsdichter Rupert Brooke, Premierminister Neville Chamberlain, Schriftsteller und Mathematiker Lewis Carroll, der Dichter Matthew Arnold und der Autor Salman Rushdie.

Coventry zieht die vielen Touristen besonders wegen seiner Kathedrale an. Während früher jedoch der Kathedralbereich noch über viel freies Gelände verfügte, reichen heute die Bauten der Universität bis dicht an die Kirche heran. Unweit davon braust der Verkehr über mehrere Überflieger durch die Stadt. Coventry hat ca. 305.000 Einwohnern und ist die englische Stadt mit der größten Entfernung vom Meer. Eine der 28 Partnerstädte von Coventry ist Dresden. Berühmt ist die Stadt vor allem wegen seiner Kathedrale, die neu gebaut wurde, nachdem die alte von der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Die Kathedrale, St. Michael's Cathedral, ist Sitz des Bischofs von Coventry. Die neue Kathedrale, von Basil Spence und Arup entworfen, wurde neben der Ruine von St. Michael's errichtet. Sir Basil Spence bestand darauf, dass die Ruinen der alten Kirche als Garten der Erinnerung erhalten wurden und die neue Kirche daneben gebaut wurde, damit beide Kirchen zusammen eine Einheit bilden konnten. Der Gründungsstein wurde am 23. März 1956 von der Queen gelegt. Die Einsegnung erfolgte am 25. Mai 1962 - am selben Tag wie die neue Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin - mit der Premiere von Benjamin Brittens War Requiem, das speziell zu dieser Gelegenheit komponiert worden war.
Ähnlich wie in Berlin verursachte das moderne Design heftige Diskussionen (‚Supermarkt'), wurde aber schnell zum Versöhnungssymbol im Nachkriegsengland. Das Innere ist sehenswert wegen seines Christuswandteppichs, der Skulptur der Mater Dolorosa von John Bridgemann und dem Tauffenster von John Piper, das die volle Höhe der Taufkirche ausmacht und aus 195 Glasscheiben besteht, die von weiß bis zu dunklen Farben reichen.Außerdem ist das Great West Window sehenswert, das als ‚Screen of Saints and Angels' bekannt wurde und von John Hutton direkt ins Glas eingraviert wurde. Hinter dem Altar ist ein großer Wandteppich von Graham Sutherland mit Namen ‚Christ in Glory'. Er zeigt Christus als Zimmermann, umgeben von Symbolen, die die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes repräsentieren. Das hölzerne Kreuz aus zwei Holzbalken in den Ruinen der alten Kathedrale und das ‚Cross of Nails wurden vom Provost Richard Howard in Coventry geschaffen, nachdem die Kathedrale im Coventry Blitz im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war. Der Angriff erfolgte am
14. November 1940 durch die deutsche Luftwaffe und bereits 6 Wochen später an Weihnachten sagte Provost Howard: "We want to build a more pleasant, Christian world with those who are our enemies today." Die Worte ‚Father Forgive' and nicht ‚Forgive Them' wurden in die Wand des Altarraumes der Ruine geschrieben. Das Cross of Nails ist Symbol für Frieden und Aussöhnung in der Welt geworden. Es gibt mehr als 160 solcher Kreuze in der ganzen Welt. Am 23.2.2005 wurde das Nagelkreuz in einem Gottesdienst auch in der wiedererstellten Frauenkirche in Dresden aufgestellt. Die Stadt hat einen internationalen Ruf als einer von Europas größeren Friedens- und Versöhnungsstädte und hält jährlichen einen ‚Peace Month' ab.
Die Stadt ist bekannt geworden durch seine Autoindustrie mit Marken wie Humber, Hillman, Jaguar, Daimler, Riley, Rover, Singer, die mittlerweile nur noch Geschichte sind, seiner zwei Universitäten, Coventry Universität und die Universität von Warwick und - natürlich - Lady Godiva, der Frau von Leofric, dem Earl of Mercia und Lord of Coventry. Um ihren Ehemann 1057 zu bewegen, die Steuerlast der Einwohner von Coventry zu senken, sei sie nackt durch die Stadt geritten, nur von ihrem langen Haar bedeckt. Leofric, vom Mut seiner Frau beeindruckt, habe daraufhin alle Steuern erlassen, außer der auf Pferde. Den Bewohnern war es verboten, sie bei ihrem Ritt zu beobachten, nur ein vorwitziger Schneider schaute - und erblindete, erscheint aber heute noch zu vollen Stunde an der Broadgast Clock, während sie vorbeireitet. Lady Godiva existierte wirklich, sie starb kurz nachdem Wilhelm der Eroberer 1066 die Angelsachsen besiegte und ist im Domesday Book erwähnt. Lord Alfred Tennyson (1809-1892), 'Poet Laureate' und einer der immer noch beliebtesten englischen Dichter, schrieb sein berühmtes Gedicht Godiva (1842) als er in Coventry auf einen Zug wartete: "...Godiva, wife to that grim Earl, who ruled in Coventry: for when he laid a tax upon his town, and all the mothers brought their children, clamoring, "If we pay, we starve!..." Jedes Jahr gibt es ein lokales Festival, das Godiva Festival, wobei der Höhepunkt ein Umzug ist, bei dem eine moderne Godiva auf einem Pferd reitet. Eine Komödie mit dem Titel Lady Godiva: Back in the Saddle wurde in Coventry gefilmt und 2007 gezeigt.
Früher konnte man von der Kathedrale in ein paar Schritten zu dem Platz Broadgate mit ihrer Statue gehen. Mittlerweile wurde hier ein großes Einkaufszentrum errichtet, so dass Lady Godiva jetzt unmittelbar vor dem Eingang der ‚Cathedral Lanes Shopping Mall' reitet.

Tewkesbury liegt am Zusammenfluß der Flüsse Severn und Avon und leitet sich von einem Sachsen her, der im 7. Jh. hier eine Eremitage gründete. Viele Jahrhunderte war es ein Zentrum zum Mehl mahlen. Im Juli 2007 kam die Stadt in die Schlagzeilen, weil sie die schlimmsten Überflutungen erlebte, die jemals in Grossbritannien gemessen wurden. In der Stadt gibt es viele Gebäude aus der Tudorzeit, berühmt aber ist Tewkesbury Abbey, eine normannische Abtei, die vor der Auflösung durch Heinrich VIII. gerettet wurde, weil die Städter sie für £ 453 als Gemeindekirche kauften. Viele der historischen Gebäude wurden zerstört, aber die Abbey Mill am Mill-Avon-Kanal, der von den Mönchen gegraben wurde, steht noch. Tewkesbury behauptet auch mit dem ‚Black Bear' von 1308 den ältesten Pub in Gloucestershire zu haben. Ein weiteres bemerkenswertes Gebäude ist das Royal Hop Pole Hotel in Church Street, das in Charles Dickens' The Pickwick Papers' erwähnt wird und das ‚House of the Nodding Gables' in High Street. Das Tudor House Hotel in High Street ist zwar hauptsächlich ein Tudor Gebäude, obwohl das Holz auf eine Backsteinfront aufgesetzt ist. Westlich der Stadt ist Thomas Telfords beeindruckende Mythe-Brücke über den Severn, eine gußeiserne Brücke mit 51 m Spannbreite, die 1826 eröffnet wurde.

Die historische Marktstadt Shrewsbury mit 95.850 Einwohnern liegt in Shropshire am Severn. Die Stadt hat einen wenig geänderten mittelalterlichen Straßenplan. Es gibt mehr als 660 historische Gebäude einschließlich verschiedener Fachwerkbauten aus dem 15. und 16. Jh. Der Reichtum gründete sich vorwiegend auf den Wollhandel mit England und Europa, der weitgehend über den Severn und die Watling Street ging. Shrewsbury Castle, aus rotem Sandstein, wurde 1074 gebaut, Shrewsbury Abbey ist ein früheres Benediktinerkloster aus dem Jahr 1083. Die Ditherington Flax Mill, das erste Gebäude auf der Welt mit einem Eisenrahmen, wird allgemein als ‚Grandfather of the Skyscraper' genannt. Charles Darwin wurde in Shrewsbury geboren und wuchs hier auf.
Der Reiz der Stadt liegt am mittelalterlichen Straßenverlauf der engen Straßen und Passagen, die manchmal "Shuts" genannt wurden (weil sie nachts ‚shut' - geschlossen - waren). A Christmas Carol von Charles Dickens wurde als US Television Special in und um Shrewsbury gefilmt. Die Stadt ist bekannt als ‚Town of Flowers', das auch auf vielen Straßenschildern gedruckt ist. Seit 2007 sind diese aber durch 'The Birthplace of Charles Darwin' ersetzt. Jedes Jahr findet hier seit 125 Jahren die Shrewsbury Flower Show statt, die jährlich 100.000 Besucher anzieht.

Shugborough Estate , eine‚Working Farm,' liegt in einem Flusstal im Herzen von Staffordshire. 1624 gehörte das Land zum Besitz des Bischofs von Lichfield, als der Rechtsanwalt William Anson ca. 3 ha mit dem Manor House für die fürstliche Summe von £ 1000 kaufte. Die Umwandlung in ein prächtiges georgianisches Herrenhaus geschah durch den Architekten Thomas Wright, der Pavillons an beiden Seiten anfügte. Finanziert wurde das durch George Anson, der mit 14 Jahren eine Karriere in der Navy begann, die ihm Ruhm, Vermögen und Prestige einbrachte. Er wurde 1747 Lord Anson und 4 Jahre später zum ersten Lord der Admiralität befördert. Er umschiffte die Welt zwischen 1740 und 1744 und kaperte dabei eine spanische Galleone, die einen Schatz von £ 400.000 beförderte. Mit einem Teil davon wurde mehr Land erworben. Im ausgehenden 18. Jh. wurde Shugborough in einen neo-klassischen Herrensitz umgebaut. Die Ansons, mittlerweile Earls of Lichfield, machten das Haus später der Öffentlichkeit zugänglich. Shugborough ist berühmt für seine wunderbaren Deckenverzieungen, die Porzellansammlung und die einzigartigen neoklassischen Denkmäler im Garten und Park.

Newcastle-under-Lyme, Kidsgrove und Stoke-on-Trent bilden zusammen The Potteries, ein Gebiet, das seit dem 17. Jahrhundert durch seine Keramikherstellung charakterisiert ist, eine Gegend, in der den Menschen angeblich Lehm in den Adern fließt. Anfänge reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Hier sind sich weltbekannte Namen wie ‚Royal Doulton', ‚Spode' , ‚Wedgwood' und ‚Minton' zu Hause. Sie basieren auf der Produktion von Kohle und passendem Ton. Der Bau des Trent and Mersey-Kanals ermöglichte die Einfuhr von Kaolin aus Cornwall, das zusammen mit anderen Materialien die Herstellung von Steingut und Porzellan leichter machte.
Die Stadt Stoke-on-Trent wurde zu Beginn des 20. Jh. aus sechs Städten und mehreren Dörfer gegründet. Erste methodische Forschungen und Experimentierfreudigkeit besonders von Josiah Wedgwood und später anderen örtlichen ‚Pottern', Ingenieuren und künstlerischen Talenten begründeten die international führende Stellung der ‚Staffordshire Potteries'. In den 1980er und 1990er Jahren war die Stadt stark von dem wirtschaftlichen Niedergang der Industrie betroffen. Zahlreiche Fabriken, Stahlwerke, Kohlegruben und Keramikhersteller wurden geschlossen. Deutliche Spuren dieses industriellen Niedergangs zeigen sich in den vielen leerstehenden und mit Brettern zugenagelten Häusern. In einem derartig geprägten Stadtteil stehen die Fabrikhallen von Burleigh, die einen ausgestorbenen Eindruck hinterlassen. Die Fabrik wurde 1851 als Hulme and Booth gegründet, 1862 von William Leigh und Frederick Burgess übernommen. Die Handelsmarke ‚Burleigh' wurde als Kombination von beiden Namen seit den 1930er Jahren verwendet. 1939 arbeiteten hier 500 Leute. 1999 wurde die Firma an die Dorling-Familie verkauft und firmiert nun unter Burgess Dorling & Leigh. Sie sind spezialisiert auf traditionelle Hauskeramik von hoher Qualität.
Das heutige Wedgwood Visitor Centre präsentierte sich weitaus prächtiger. Josiah Wedgwood and Sons wurde 1759 gegründet und fusionierte 1987 mit Waterford Crystal zu ‚Waterford Wedgwood' (‚Waterford', ‚Stuart', ‚Edinburgh' und ‚Royal Doulton'). Wedgwood, vielleicht der bekannteste Name, wurde 1759 von Josiah Wedgwood ('the Father of English Potters') gegründet. Josiah war das zwölfte Kind einer Familie, die schon drei Generationen Töpfer hervorgebracht hat und ging bereits als Neunjähriger in die Lehre. Wedgwood entwickelte ein Gespür für den Zeitgeschmack. Ausgrabungen in Italien weckten das Interesse an der Antike und sorgten für die Ausbreitung des neoklassizistischen Stils. Wedgwood stellte dazu die passende Zierkeramik her. Zum Beispiel ‚Jasper Ware', ein hartes, glasartig verschmolzenes, weißes Steingut, dass Reliefs in zweifarbigen Schichten darstellt, meist weiß auf blau, und auf antike Art gefertigt und unglasiert belassen. Abgebildet werden antike Formen und reliefartige Motive mit Szenen aus der griechischen Mythologie.
Die Stärke Wedgwoods, der der Glaubensgemeinschaft der Quäker angehörte, lag in seinen planerischen Fähigkeiten und in seinem Geschäftssinn. In London zeigte er seine Produkte in einem Ausstellungsraum - ganz im Sinn des moderenen Marketings. Um die Wartezeiten für seine Kundinnen zu verkürzen, legte er Musterkataloge auf. Seinem Geschäftspartner Thomas Bentley schrieb er: "Ich muss Dir nicht sagen, dass es in unserem Interesse ist, die Ladies zu unterhalten und abzulenken, sie sogar in Entzücken zu versetzen".
Wedgwood führte in seinen Werkstätten die Arbeitsteilung ein, um die Herstellung zu beschleunigen. Er sorgte für den Bau eines Kanals, auf dem Rohstoffe und das fertige Geschirr transportiert werden konnten. Für sein Personal ließ er ein Dorf auf dem Gelände der neuen Fabrik bauen, die er 1769 eröffnete und ‚Etruria' nannte. Dort wurden auch die Dampfmaschinen seines Freundes James Watt eingesetzt. Modern dachte Wedgwood auch in anderen Bereichen. Er setzte sich aktiv für die Befreiung der Sklaven in den USA ein, indem er dort eine keramische Plakette mit der Figur eines gefesselten Schwarzen und der Aufschrift "Bin ich nicht ein Mensch und Bruder?" verteilen ließ. Er sprach sich auch für die amerikanische Unabhängigkeit und die Französische Revolution aus. Josiah Wedgwood starb am 3. Januar 1795.
Aus der langen Reihe der Familienmitglieder, die alle für die Firma arbeiteten, ist Josiah Wedgwood V. (1899-1968) besonders erwähnenswert. Er leitete die Firma von 1930 bis 1968 und war dafür verantwortlich, dass die Produktion in ein modernes Zweckgebäude in der ländlichen Umgebung von Barlaston gebaut wurde.
Einst stellten 3000 Mitarbeiter das berühmte Jasper-Porzellan her, nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten arbeiten bis zur weiteren Abwicklung noch 300 Leute. Wedgwood gehört zu Waterford, einer amerikanischen Firma, denen auch die deutschen Keramikhersteller Rosenthal und Hutschenreuter angehören. Alle Firmen werden nun nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten von den Amerikanern abgewickelt, die Arbeitsplätze gehen nach Asien, um Kosten zu sparen.

Birmingham ist mit 1 Mio Einwohnern die zweitgrößte Stadt Englands, im Ballungsraum leben sogar ca. 2,6 Millionen Menschen. Die Stadt ist Zentrum der britischen Metallverarbeitung und liegt östlich des ‚Black Country'. Vom alten Namen ‚Brummagem' (aus angelsächsisch 'Beormaham', später 'Brummagem') abgeleitet, werden die Einwohner oft ‚Brummies' genannt. Birmingham ist eine der ethnisch vielfältigsten Städte in Großbritannien. Ein großer Teil der Bevölkerung stammt aus der Karibik, vom indischen Subkontinent und aus Irland. Die mit Abstand größte Minderheit stellen die Pakistanis, mit ca. 150.000, vor allem aus dem von Pakistan kontrollierten Teil Kaschmirs, die fast ausschließlich Punjabi als Erstsprache sprechen. Laut der Volkszählung von 2001 gehörten 29,7% der Einwohner ethnischen Minderheiten an. Millionen von Touristen besuchen jedes Jahr Birmingham, dessen Erscheinungsbild in den letzten Jahren merklich aufgefrischt wurde. Die Stadt bietet nach dem West End in London die besten Einkaufsmöglichkeiten des Landes. Als Birmingham das Recht erhielt, einen Markt - ‚Bull Ring' genannt - durchzuführen, begann der Aufstieg von einem winzigen, unbedeutenden Bauerndorf zu einem wohlhabenden Handelszentrum. Vom 15. Jahrhundert an wurde Birmingham das Zentrum zahlreicher metallverarbeitender Industrien sowie der Waffenherstellung (Schwerter und Gewehre). Die Lage Birminghams im Landesinnern fern der Seehandelswege bedeutete, dass Waren von hoher Qualität produziert werden mussten, um auf dem Exportmarkt überhaupt eine Chance zu haben. So wurde der Name 'Birmingham' bald gleichbedeutend mit Qualität. Da Birmingham nahe den Kohlefeldern von Warwickshire und Staffordshire lag, wuchs die Stadt rasch. Am Ende des 18. Jahrhunderts war Birmingham bereits die größte Stadt von Warwickshire. Der Anschluß an ein weitverzweigtes Netz von Kanälen um 1800 und der Bau der Eisenbahnlinien nach Liverpool, Manchester und London in den 1830er Jahren beschleunigten den Aufstieg. Birmingham New Street wurde einer der wichtigsten Bahnhöfe des Landes. Während der Weltkriege wurde in Birmingham alles nur Erdenkliche hergestellt: Munition, Panzerfederungen, Stahlhelme und Minen, auch Jagd- und Bomberflugzeuge wurden gebaut (Hawker Hurricane, Avro Lancaster, Supermarine Spitfire). Die Stadt erlitt während des Zweiten Weltkriegs große Zerstörungen durch Bombardierungen der deutschen Luftwaffe. Bis zum Konkurs der ‚MG Rover Group' 2005 wurden im Stadtteil Longbridge Wagen der Marke MG und Rover produziert.
Nach Kriegsende wurden viele der heruntergekommenen Arbeiterviertel abgerissen, da sie sich teilweise zu Slums entwickelt hatten. Seit den 1970er Jahren wandelte sich Birmingham von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsstadt. Neben dem Flughafen wurde das ‚National Exhibition Centre' gebaut, das größte Messegelände des Landes. 1998 fand in Birmingham ein G8-Gipfel statt.
Die ‚Jewellers' Quarters' in Birmingham bestehen seit mehr als 200 Jahren. Hier wird Schmuck für Groß- und Einzelhandel hergestellt. Man sagt, dass hier die höchste Dichte von Juwelieren in Europa ist, 1/3 der im VK gefertigten Schmuckstücke werden innhalb einer Meile vom Stadtzenturm von Birmingham gefertigt. Viele Werkstätten sehen noch aus wie im 19. Jahrhundert und das Viertel ist eines der Haupttouristenattraktionen der Stadt. Das hier hergestellte Gold und Silver war von hoher Qualität und hatte seinen eigenen Silberstempel.
Birmingham ist auch ein Zentrum der Bier- und Schokoladenherstellung. Schokolade kommt aus Bournville, südlich von Birmingham gelegen, das wegen seiner Verbindung mit der Familie Cadbury und seiner Schokolade berühmt ist, einschließlich seiner schwarzen Schokolade Bournville. 1879 hatte Richard Cadbury sein Kakao- und Schokoladenwerk aus dem Zentrum Birminghams vier Meilen südlich ins Grüne verlegt und nannte das Gebiet 'Bournville' nach dem Flüßchen Bourn und dem französischen ‚ville'. Loyale und hart arbeitende Beschäftigte wurden von den Cadburys mit großem Respekt behandelt, empfingen hohe Löhne und hatten gute Arbeitsbedingungen. Cadbury entwickelte auch Rentenzahlungen, Arbeitervertretungen und einen medizinischen Dienst. Später kaufte George Cadbury 0,5 qkm Land neben der Fabrik und plante ein Modelldorf mit großen Gärten und moderner Innenarchitektur, außerdem ermutigte er die Arbeiter zum Schwimmen, Wandern und weiteren Arten von Leichtatletik. Cadbury war Quäker, deshalb gab es nie einen Pub in Bournville, nur das ‚Bournville Friends Meeting House' in Linden Road. Seit 1900 gibt es den Bournville Trust, der die Entwicklung im Ort kontrolliert, da es sich um eine ‚Conservation Area' handelt, die für Schulen, Krankenhäuser, Museen, Bäder und Leseräume sorgt.
Die Firma heisst heute Cadbury Schweppes plc und ist immer noch einer der Hauptarbeitgeber der Stadt. Sie stellt Konfekt und Getränke her und ist zur Zeit der einzige größere Konfekthersteller, der Fairtrade oder organische Produkte herstellt und es unter dem Label Green & Black's verkauft. Die schwarze Schokolade ‚Bournville Plain' wird mittlerweile in Frankreich hergestellt und im VK verkauft. Einige berühmte Einwohner sind
Barbara Cartland, (Dame Mary Barbara Hamilton Cartland, DBE CStJ, 1901-21) die auch im hohen Alter noch Pink als Modefarbe bevorzugte und daher ‚Lady in Pink' genannt wurde. Sie wurde durch ihre Trivialromane bekannt (laut ihrem Sohn Ian sollen bis 2006 insgesamt 724 Romane veröffentlicht worden sein) und war Stiefgroßmutter von Diana, Prinzessin von Wales.
David Lodge, englischer Autor, lehrte von 1960 bis 1987 am Englischen Institut der Universität. Sein fiktionalisiertes Birmingham nannte sich ‚Rummidge' und wird in Romanen wie Nice Work treffend persifliert.
Sir Simon Rattle war von 1980 bis 1998 Dirigent und Leiter des ‚City of Birmingham Symphony Orchestra' (CBSO) und dirigiert seitdem die Berliner Symphoniker. Er wurde allerdings in Liverpool geboren.

Südöstlich von Birmingham liegen dicht beieinander Packwood House und Baddesley Clinton, die beide im Besitz des National Trust sind.
Packwood House ist ein Tudor Manorhaus mit Fachwerk, zwischen 1550 und 1560 erbaut, sehenswert wegen seiner Teppiche und seinem Mobiliar, aber besonders wegen seines Eibengartens. Im 16. Jh. war es ein bescheidenes Bauernfachwerkhaus, aber in den 1920er und 1930er Jahren verwendete Graham Baron Ash das Vermögen seines Vater dazu, dem Haus einen Tudorcharakter zu verleihen und kaufte eine große Sammlung von Möbeln des 16. und 17. Jh, von dem einige aus dem nahegelegenen Baddesley Clinton stammen. Aus der großen Scheune wurde eine Saal im Tudorstil, der mit dem Haupthaus durch eine lange Gallerie verbunden ist. Der berühmte Eibengarten enthält über 100 Bäume und wurde in der Mitte des 17. Jh. von dem Rechtsanwalt John Fetherston angelegt. Die gestutzten Eiben sollen die Bergpredigt darstellen. Zwölf großen Eiben sind als die Apostel bekannt und die vier großen Exemplare in der Mitte sind die Evangelisten. Die alleinstehende Eibe, die den Berg krönt, ist als der ‚Master' bekannt.
Das mit einem Burggraben umgebende Baddesley Clinton wurde wahrscheinlich im 13. Jh. errichtet. Das Haus gehörte jahrhundertelang der Ferrers-Familie, die auch nach der Reformation - wie viele aus dem Adel in Warwickshire - katholisch blieb. Sie versteckten katholische Priester, denen die Todesstrafe drohte. Sie legten verschiedene ‚Priest Holes' an, die notfalls als Versteck dienen konnten. Flüchtlinge konnten sich an einem Seil aus dem ersten Stock durch einen alten Garderobenschacht in den früheren Abwasserkanal des Hauses herablassen, der entlang der Länge des Hauses verläuft und wahrscheinlich zwölf Leuten Platz bieten konnte. Diese Priest Holes sollen vom St. Nicholas Owen, einem Laienbruder der Jesuiten erdacht gewesen sein, der viele meisterhafte Verstecke schuf. Er wurde schließlich aber doch gefangen und durch die protestantische englische Regierung zu Tode gequält. Die Verstecke wurden 1591 wenigstens einmal benutzt, als eine Konferenz von Jesuitenpriestern von den örtlichen Behörden überfallen wurde und niemand entdeckt wurde.

Das 1976 eröffnete Black Country Living Museum in Dudley mit Original-Häusern und Handwerksbetrieben vermittelt einen Eindruck vom früheren Alltag im Black Country. In dem Museum wird die Zeit ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die frühen 20er Jahre des 20. Jahrhunderts dargestellt. Auf einem ca. 10 ha großen Gelände befinden sich etwa 40 historische Gebäude aus Mittelengland. Sie wurden Stein für Stein abgetragen und im Museum wieder aufgebaut. Zu den Gebäuden zählen Schule, Pub, Bäckerei, unterirdische Kohlemine, Schmiede, Stummfilmkino, Rummelplatz, Messinggießerei, Walzwerk, Kapelle und Bootdocks. Ferner befindet sich in dem Museum eine kurze Bahnlinie, auf der historische Straßenbahnen verkehren. Auf dem ganzen Museumsgelände stellen angestellte Schauspieler die damalige Zeit authentisch dar. Sie tragen historische Kleidung und gehen ihrem Alltag in einem ‚Living Museum' nach, so betreibt die Bardame den Pub, im historischen Fischgeschäft kann man Fish & Chips kaufen und es ist möglich, an einer historischen Schulstunde teilzunehmen.
Eine besondere Attraktion ist ein Stück des Dudley-Kanals mit den historischen ‚Narrowboats', auf denen früher Kohle transportiert wurde. Der insgesamt 2,9 km lange ‚Dudley Tunnel' kann gegen Voranmeldung in historischen Booten befahren werden. Der Kanal wurde 1775 von Lord Dudley erbaut, um seine Kohlegruben in Tipton mit seinen Kalkwerken zu verbinden. Die Fahrt in den Tunnel geht bis zum ‚Singing Cavern', wo eine Video Show über die Anfänge des Tunnelbaus berichtet. Eine der Hauptattraktionen ist es, einen der Besucher zu bitten, das Boot im Tunnel mit Hilfe des ‚Legging' fortzubewegen. Dazu muss man sich auf den Rücken legen und mit den Füßen an der Decke abstoßen, um das Boot fortzubewegen. Im 18. Jahrhundert erledigten das der Bootseigner und die Mannschaft, in langen Tunnels gab es berufsmäßige‚Legger' - die Bezahlung vor 150 Jahren war 1s 6d.
Eine nette Begebenheit in diesem Museum bleibt mir in Erinnerung. Als ich mir in der Cafeteria eine kurze Ruhepause gönnte, sah ich mir das junge Mädchen an, das bediente. Man hatte ihr wie allen Bedienungen einen Strohhut aufgesetzt und ich dachte so bei mir, "mein Gott, Mädchen, wenn das alles ist, was du im Leben erreichst." Sie muss mich wohl genauso intensiv angesehen haben, vor allem meinen Gesichtsausdruck als miesepetrich empfunden haben, denn sie strahlte mich an und sagte Smile!, worauf ich natürlich auch lachen musste.


Nordwestlich von Dudley liegen Telford mit dem ‚Ironbridge Gorge Museum'. Telford ist eine New Town mit 140.000 Einwohnern (1963 als Dawley New Town entworfen und später in Telford umbenannt), mittlerweile die größte - und am schnellsten wachsende - Stadt in Shropshire. Sie ist benannt nach Thomas Telford, einem berühmten schottischen Ingenieur, der 1787 ‚Surveyor of Public Works for Shropshire' wurde. Die Stadt wurde in den 1960er und 1970er Jahren auf Industrie- und Ackerland gegründet. Wie auch andere der New Towns wurde die Stadt aus mehreren Einzelsiedlungen gebildet. Telford Shopping Centre wurde zusammen mit dem großen Stadtpark im geographischen Zentrum gebaut. 1983 wurde die Autobahn
M 54 fertiggestellt, die die Stadt mit der M 6 und den restlichen englischen Autobahnen verband. Telford hat mehrere große
IT-Firmen angezogen wie EDS, Capgemini und Fujitsu, die die Hauptarbeitgeber sind. In den letzten Jahren gingen viele Arbeitsplätze verloren, aber 2007 wurde eine £ 250 Mio Verjüngungskur für die Stadt verkündet, die 1.750 neue Jobs bringen soll.
Zu Telford gehört auch die Nordhälfte des ‚Ironbridge Gorge', Weltkulturerbe, ursprünglich ‚Severn Gorge' genannt. Die Eisenbrücke war die erste Eisenbrücke ihrer Art auf der Welt, ein Monument für die Industrialisierung, die hier begann. Die Stadt bezeichnet sich als 'The Birthplace of Industry' wegen der Nähe zu Coalbrookdale und seiner Aktivitäten während der Industriellen Revolution als Teil des Shropshire-Kohlenfeld.
Der Standort war für die Industrialisierung bedeutend, da hier Kohle, Eisenerz, Limestone und Ton zur Herstellung von Eisen, Fliesen und Porzellan leicht abgebaut werden konnten. Auf dem Fluss konnten die Güter transportiert werden. Der ‚Ironbridge Gorge Museum Trust' wurde 1967 gegründet, um den Geburtsort der Industriellen Revolution zu bewahren. Zum Museum gehören 35 historische Stätten innerhalb der ‚Ironbridge Gorge World Heritage Site' einschließlich zehn Museen.
Blists Hill Victorian Town, ursprünglich Blists Hill Open Air Museum wurde 1973 eröffnet. In jedem Gebäude befinden sich Personen, die nach der damaligen Mode gekleidet sind und die man in den entsprechenden Fähigkeiten ausgebildet hat. Das erste Gebäude ist eine Bank, die der Lloyds Bank in Broseley nachgebaut wurde, in der man Geld in die alten ‚Farthings', ‚Halfpennies', ‚Pennies', und ‚Threepenny Bits' umtauschen kann. Im 18. und 19. Jh. war Blists Hill ein Industriegebiet, wo Ziegeleien, Fliesenherstellung, Hochöfen und Bergbau von der Madeley Wood Company betrieben wurde.

Beide Museen liegen im sogenannten ‚Black Country', ein Gebiet, das westlich von Birmingham bis südlich Wolverhampton reicht und das im 19. Jahrhundert seinen Namen von den Tausenden von rauchenden Schornsteinen der eisenverarbeitenden Gießereien und Schmieden erhielt, die die Landschaft mit dickem schwarzen Ruß und Abraum bedeckten. Charles Dickens schrieb in The Old Curiosity Shop (1841), dass die Fabrikschlote "poured out their plague of smoke, obscured the light, and made foul the melancholy air". Die Region wurde vom amerikanischen Konsul in Birmingham 1862 als ‚Black by day and red by night' beschrieben. Heute wird das Black Country ungefähr als West Midlands Ballungsraum mit circa 1 Mio Einwohner bezeichnet. Die einstige Schwerindustrie ist weitgehend verschwunden, die Kohlegruben wurden in den 1960er Jahren geschlossen und die Region leidet unter hoher Arbeitslosigkeit. Wie in vielen britischen Ballungsräumen gibt es in einzelnen Bereichen ein erhebliches Problem mit rassischen Minderheiten, das in den 1960er und 1970er Jahren in dem Slogan ‚Keep the Black Country white!' zeigte.

Ost Midlands

Unweit von Milton Keynes liegt Stowe Garden, der seit 1990 im Besitz des National Trust ist. Stowe war seit fast 350 Jahren im Besitz einer Familie, die den Park verschönerte und erweiterte. Es zeigt die Arbeit besonders von zwei Familienmitgliedern, Lord Cobham und seinem Neffen Temple, zu einer Zeit als die Aristokratie auf dem Höhepunkt ihrer Macht, ihres Wohlstandes und Einflusses war. Peter Temple, ein Schaffarmer aus Warwickshire pachtete Stowe 1571. Die Temple-Familie behauptet, dass Lady Godiva und ihr Gatte Leofric, Earl of Mercia, ihre Vorfahren waren, aber wahrscheinlich stammten sie aus bescheideneren Verhältnissen und waren Freisassen aus Oxfordshire. John, der älteste Sohn, erwarb Stowe 1578.
Stowe hat sich aus einem englischen Barockgarten in einen Landschaftspark entwickelt. 1690 war Stowe ein bescheidener frühbarocker ‚Parterre'-Garten, der in vielem an Italien erinnerte und der nicht existiert. Zwischen 1710 und 1720 wurde er von dem Gartendesigner Charles Bridgeman und dem Architekten John Vanburgh zu einem englischen Barockgarten entwickelt. Danach entwarfen Kent und Gibbs mehrere Tempel und eine Palladian Bridge wurde 1744 erstellt. 1741 wurde Lancelot 'Capability' Brown der Hauptgärtner. Er arbeitete mit Kent zusammen und gab den Posten 1751 auf. Bridgemans ‚Octagonal Pond and Eleven Acre Lake' bekamen eine natürliche Form. Brown schuf ein griechishe Tal, das trotz seines Namens eine abstrakte Komposition von Landschaft und Wald ist. Über die 1 ½ Meilen lange Grand Avenue von 1805 fährt man relativ weit in den Landshaftsgarten hinein und kann so die Ausmaße der Anlage erahnenen.
Mitten in diesem riesigen Park liegt die Public School Stowe School, die am 11. Mai 1923 gegründet wurde, zunächst nur für Jungen, neuerdings auch für Mädchen. Es handelt sich um den früheren Landsitz der Herzöge von Buckingham and Chandos, der durch den ‚Stowe House Preservation Trust' verwaltet wird. Am 4. April 1963 spielten die Beatles auf Einladung des Schülers David Moores, der ebenfalls aus Liverpool stammte und bekamen dafür £ 100.

Nur wenige Kilometer entfernt liegt Silverstone, ‚the home of British motorracing'. Die Rennstrecke ist vor allem durch den ‚Großen Preis von Großbritannien' bekannt geworden, der seit 1950 auf der Strecke stattfindet. Der Grand Prix von 1950 war das erste Rennen der neu geschaffenen Formel-1 Weltmeisterschaft, das der Italiener Giuseppe Farina gewann. Zwischen 1955 und 1986 wechselte der Britische Grand Prix zwischen Silverstone, Aintree und Brands Hatch, findet jedoch seit 1987 dauerhaft in Silverstone statt.
Die Strecke entstand auf dem Gelände der 1943 errichteten britischen Luftwaffenbasis RAF Silverstone. Die Basis bestand aus drei Start-/Landebahnen die, wie zu dieser Zeit üblich, im Dreieck angeordnet waren. 1948, drei Jahre nach Kriegsende, wurde das Areal zu einer Rennstrecke umfunktioniert, die ersten Rennen liefen noch auf den Startbahnen, die praktisch nur aus langen Geraden und engen Haarnadelkurven bestanden. 1950 verlegte man die Rennen auf die Verbindungsstraßen, die die Start-/Landebahnen umgeben. Dieses Layout blieb für die nächsten 35 Jahre nahezu unverändert bestehen. 1975 wurde eine weitere Schikane eingefügt, um die Geschwindigkeit vor der Woodcote-Kurve zu reduzieren, 1987 kam eine Kuppe vor der Bridge-Kurve hinzu. Zwischen den Grand Prix 1990 und 1991 wurde die Strecke komplett neu gestaltet. Die Startbahnen befinden sich auch heute noch in der Mitte der Rennstrecke und werden zum Teil noch benutzt. Früher kam es bei An- und Abfahrten zu den Rennen immer zu größeren Staus, da die Verbindungsstraßen zu klein waren. Mittlerweile gibt es jedoch eine zweispurige Verbindung zur M 1, so dass man problemlos nach Silverstone gelangt.

Leicester liegt in den East Midlands mit geschätzten ca. 285.000 Einwohnern (2004). Sie ist eine der ältesten Städte Englands mit einer fast 2000jährigen Geschichte. Die Römer gründeten ‚Ratae Corieltauvorum' um das Jahr 50 am Fosse Way, einer Römerstraße, die Exeter mit Lincoln verband und ein wichtiger Handelsplatz war. Die Ruinen der römischen Bäder können an der Jewry Wall besichtigt werden. Mit dem Bau des Grand Union Kanals in den 1790er Jahren wurde Leicester mit London und Birmingham verbunden und erlebte eine schnelle Industrialisierung. Die Eisenbahn band Leicester noch besser an die englischen Zentren an. Die Hauptindustrien waren Strumpfwaren, Schuhe und besonders im 20. Jahrhundert Maschinenbau - alle haben einen Niedergang erlebt. Die meisten Gebäude im Stadtzentrum stammen aus dem 19. Jahrhundert. Das Herz der Stadt ist der Clock Tower, am Schnittpunkt von High Street, Churchgate, Belgrave Gate, Humberstone Gate und Gallowtree Gate.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Leicester eine riesige Einwanderungswelle, 40% der Bevölkerung sind Einwanderer. Viele ehemalige polnische Soldaten konnten nach dem Krieg nicht in ihre kommunistische Heimat zurückkehren und blieben. Dazu kamen Wirtschaftsflüchtlinge aus Irland. In den 1960er Jahren kamen Inder und Pakistani, die die größte Volksgruppe bilden. In den 1970er Jahren kamen Inder aus Kenia und Uganda hinzu. Zur Zeit des Völkermordes in Uganda unter Idi Amin kam wohl das Gerücht auf, dass man in Leicester gern bereit wäre, Flüchtlinge aufzunehmen, was dann zu einer weiteren Einwanderungswelle aus Afrika führte. In den 1990ern ließen sich Holländer somalischer Abstammung nieder, da ihnen offensichtlich die freie und lockere Atmosphäre der Stadt und die vielen Moscheen gefielen. Seit der Erweiterung der EU 2004 kamen viele Migranten aus dem Ostblock. Im Nordosten der Stadt leben mehr als 70% Asiaten, während der Westen und Süden zu 70% weiße Einwohner zählt. Die ‚Commission for Racial Equality' (CRE) hat geschätzt, dass 2011 Leicester die erste Stadt in Grossbritannien ohne eine weiße Mehrheit sein wird. Die kulturelle Vielfalt der Stadt kann man einer Informationsbroschüre der Stadtverwaltung entnehmen, die ihre Bürger in neun verschiedenen Sprachen begrüßt, darunter Punjabi, Gujarati, Bengali und Urdu.
Heute reisen viele Leute in die Region wegen der Restaurants, die authentische Indian Cuisine servieren. Da auch viele afro-karibischer Abstammung sind, aus Antigua & Barbuda, Montserrat und Jamaica, findet hier der zweitgrößte karibische Karneval im Königreich hinter Notting Hill in London statt.

Der Peak District ist ein Hochland in Zentral- und Nord-England und liegt zum größten Teil in Derbyshire, aber auch mit Teilen in den West Midlands. Der Peak District National Park, 1951 ernannt, war einer der frühesten Parks der Britischen Inseln und ist heute der viertgrößte National Park in England und Wales. Die Bezeichnung ‚National Park' beinhaltet 'that there are planning restrictions to protect the area from inappropriate development, and a Park Authority to look after it - but does not imply that the land is owned by the government, or is uninhabited.'
Man unterteilt ihn in den nördlichen ‚Dark Peak', mit Mooren und geologisch mit ‚Gritstone', einem gröberen Sandstein, und den südlichen ‚White Peak', der stärker bevölkert ist und der Limestone im Untergrund trägt. Der Peak District ist das Südende der Penninen, meist über 300 m hoch und dem Kinder Scout mit 636 m, der höchsten Erhebung. Trotz seines Namens fehlen scharfe Bergspitzen weitgehend, die Formen sind eher abgerundet und es gibt Schichtstufen (‚Edges') aus Gritstone. Um den Park liegen die Ballungsräume von Huddersfield, Manchester, Sheffield, Derby and Stoke-on-Trent. Vom Tourismus leben 24% der Bewohner des Nationalparks, außerdem gibt es verarbeitende Industrie (24%) und Steinbrüche mit Limestone (12%), von der Landwirtschaft leben 12%. Die Mineralquellen in Buxton und Ashbourne werden als Mineralwasser in Flaschen verkauft. Das Mineralwasser wird von der Buxton Mineral Water Company abgefüllt. ‚Buxton Blue' ist ein Blauschimmelkäse mit PDO- (‚Protected Designation of Origin') Status, der nur in oder um Buxton hergestellt werden darf.
Buxton wird als ‚Gateway to the Peak District National Park' beschrieben und ist von recht überschaubarer Größe. Die Stadt hat eine lange Tradition als Kurort dank seiner geothermischen Quellen von 28 C. Die Römer nannten es Aquae Arnemetiae (oder "the spa of the goddess of the grove"). Die Stadt wuchs im späten 18. Jh. dank der Herzöge von Devonshire und erneute unter den Viktorianern, die von der Heilkraft seiner Quellen angezogen waren. Die Dukes of Devonshire bauten die Stadt mit Geldern aus ihren Kupferminen als Kurort im Stil von Bath mit einer ähnlichen Architektur wie z.B. bei ‚The Crescent' (1780-1784). Dr. Erasmus Darwin empfahl die Mineralwässer von Buxton und Matlock auch Josiah Wedgwood I. Seine Familie verbrachte daraufhin oft hier ihren Urlaub und empfahl die Region ihren Freunden. Der Eisenbahnbau 1863 bescherte der Bevölkerung erneutes Wachstum.
Die Stadt wird von zwei Wahrzeichen überragt, dem Grinlow Tower, der hier nur ‚Solomons Temple' genannt wird, einer zweigeschossigen ‚Folly' aus Granit, die 1834 von Solomon Mycock erbaut wurde, um den Arbeitslosen der Stadt Beschäftigung zu geben und auf der anderen Seite ‚Corbar Cross', ein hölzernes Kreuz, dass der katholischen Kirche 1950 von dem Herzog von Devonshire als Erinnerung an das Heilige Jahr geschenkt wurde. An den alten Gebäuden und einigen heute völlig überdimensionierten Prachthotels, dem Crescent und den alten Kuranlagen kann man den einstigen Glanz erkennen. Die Stadt liegt landschaftlich attraktiv und zieht sich über mehrere Hügel hin.
Opera House Buxton Crescent
Seit 1979 findet das Buxton Festival im Juli statt, das für seine Händelaufführungen und seltene Opern mit hochkarätigen Schauspielern und Orchestern bekannt ist. Das Internationale Gilbert and Sullivan Festival findet seit 1994 Ende Juli drei Wochen lang statt und ist ein Wettbewerb unter G & S-Gesellschaften, zeigt aber auch professionelle Aufführungen und ‚Fringe Events'.
Von Buxton ist es nicht weit nach Castleton - ‚a honeypot town in Derbyshire' - Ausgangspunkt für Wanderungen im Peak District. 3 ½ Meilen nordöstlich von Bakewell liegt Chatsworth House, ein beeindruckender Besitz mit riesigen Ländereien am Ostufer des Derwentflusses. Es ist seit 1549 der Stammsitz der Herzöge von Devonshire und ihrer Cavendish-Familie. Das Hauptgebäude wurde im klassizistischen Stil um einen Innenhof erbaut, hat eine reich verzierte Dachbrüstung und eine mit Pilastern streng gegliederte Fassade sowie 175 Räume, von denen man allerdings nur einen Teil besichtigen kann. Das Haus enthält eine einzigartige Sammlung von Gemälden von Canaletto, Rembrandt, Van Dyck und Renoir, Tapisserien, Seiden- und Leder-Wandbehängen, Porzellan und Möbeln verschiedener Epochen. Chatsworth hat eine der größten Privatsammlungen klassizistischer Skulpturen in England. Die umfangreiche Bibliothek enthält 17.500 Bände. Es wurde mehrfach zu dem berühmtesten Landhaus des VK gewählt.
Sein Garten ist einer der berühmtesten in England. Er zeigt verschiedene Epochen der Gartenarchitektur: Teile des früheren Barockgartens mit Kaskade, Kaskadenhaus und Kanal, an den der ausgedehnte, über vier Quadratkilometer große Landschaftspark von Capability Brown angrenzt; außerdem eine Fontäne, mehrere Gewächshäuser und Steingärten. Aus neuerer Zeit stammen unter anderem Rosengarten, Irrgarten, Kräutergarten und Sinnesgarten.

Nördlich von Nottingham liegt Sherwood Forest, ein königliches Waldgebiet und seit dem Ende der Eiszeit bewaldet. Er ist berühmt durch seine Legende von Robin Hood, der mit seinen ‚Merry Men', sieben geächteten Grundbesitzern, die Reichen bestahl und das Geld den Armen gab und gegen Ungerechtigkeit und Tyrannei kämpfte. Heute ist das Waldgebiet 423 qkm gross und erstreckt sich um das Dorf Edwinstowe, Überbleibsel eines weitaus größeren königlichen Jagdwaldes der als ‚Shire Wood' von Nottinghamshire bekannt wurde. 2002 wurde ein Teil zur National Nature Reserve ernannt und 2007 in den Budby South Forest hineingenommen, der größten Niederungsheide von Nottinghamshire. Sherwood Forest zieht pro Jahr 500.000 Touristen an, besonders seit der BBC Serie über Robin Hood. In dem Park gibt es das jährlich stattfindende einwöchige Robin Hood Festival, bei dem eine mittelalterliche Atmosphäre herrscht und die Hauptcharaktere der Robin Hood-Legende zum Leben erweckt werden.

Lincoln blickt auf eine über 2000-jährige Geschichte zurück. Die Stadt hat heute etwa 100.000 Einwohner und geht in seinen Anfängen auf das erste vorchristliche Jahrhundert zurück. Die Römer eroberten diesen Teil Englands im Jahr 48 und bauten eine Festung auf dem Hügel oberhalb eines Sees, den der Fluss Witham hier bildet, den heutigen Brayford Pool. Lindum Colonia wurde später zu ‚Lincoln'. Es war eine blühende Siedlung, über die Flüsse Trent und Witham erreichbar und wurde sogar die Provinzhauptstadt Flavia Caesariensis, als die Provinz ‚Britannia Inferior' im 4. Jh. unterteilt wurde. Nach den ersten zerstörerischen Überfällen der Wikinger wurde die Stadt wieder wichtig, sie wurde ein Handelszentrum mit eigener Münze. 1068 befahl Wilhelm I. den Bau von Lincoln Castle auf den Ruinen der ehemaligen römischen Siedlung aus strategischen Gründen.
Der Bau der ersten Kathedrale wurde mit dem Umzug des Bischofssitzes von Dorchester begonnen und 1092 beendet. 1185 wurde sie nach einem Erdbeben wieder aufgebaut. Der Wiederbau war bedeutend größer und mit einem Kirchturm, der 160m hoch gewesen sein soll, dem höchsten in Europa. Bei der Unterzeichnung der Magna Charta 1215 war Hugh of Wells, Bischof von Lincoln, einer der Zeugen. Eines der vier Originale wird in Lincoln Castle aufbewahrt. Um 1150 gehörte Lincoln zu den wohlhabensten Städten Englands, dessen Wohlstand auf Tuch und Wolle gründete, die nach Flandern exportiert wurden. Weber aus Lincoln produzierten ab 1130 Lincolntuch, besonders das fein gebleichte ‚Scharlachrot' und ‚Grün', dass später noch dadurch aufgewertet wurde, das Robin Hood das ‚Lincoln Green' trug. Außerhalb des Kathedral- und Castle-Bereichs lagen die Fachwerkhäuser um Bailgate und dem Steep Hill hinunter zur High Bridge, wo die oberen Etagen über den Fluss ragten. Lincoln wurde eine der fünf wichtigen Zentren der jüdischen Gemeinden. 1190 kam es zu antisemitischen Aufständen, die in King's Lynn begonnen hatten und zu Plünderungen führten. Mit der Auflösung der Klöster im 16. Jh. ging das Haupteinkommen verloren, als sieben Klöster innerhalb der Stadt geschlossen wurden.
Während des englischen Bürgerkrieges von 1642 - 1651 verlief die Grenze zwischen königlichen und parlamentarischen Kräften durch Lincoln. Die militärische Kontrolle über die Stadt wechselte mehrfach, Gebäude wurden zerstört und die Stadt erlebte im 17. Jh. einen Niedergang. Ein erneuter Aufschwung kam mit der industriellen Revolution mit weltberühmten Firmen wie Ruston's, die Fahrzeuge und Diesellokomotiven bauten und William Foster's, die Landmaschinen herstellten und weiteren Firmen, die Schwermaschinen produzierten. Die heutige Wirtschaft basiert vorwiegend auf Verwaltung, Handel, Landwirtschaft, Tourismus und einigen wenigen Industriebetrieben wie Rustons, die zu Siemens gehören. Die Touristen kommen wegen der zahlreichen historischen Bauten, wie die Kathedrale, dem Castle und den Spezialläden in Steep Hill und Bailgate. ‚The Collection' als Gallerie und das Grafschaftsmuseum sind in einem neuen Gebäude untergebracht und zeigen mehr als 2 Mio Objekte einschließlich archäologischen Funden.
Die Stadt liegt in einer Spalte des Lincoln Cliff, einer Limestone-Schichtstufe, die von Norden nach Süden verläuft und sich 60 m hoch erhebt, durch die der Fluss Witham fließt. Dadurch wird Lincoln in zwei Zonen, die örtlich als ‚uphill' und ‚downhill' bekannt sind, unterteilt. Das ‚Uphill'-Gebiet umfasst den nördlichen Teil auf dem Lincoln Cliff mit dem historischen Viertel, mit Kathedrale und Castle und einigen Wohngebieten im Norden und Nordosten. Die ‚Donwnhill'-Zone umfasst das Stadtzentrum in der Spalte und die Vororte im Süden und Südwesten. Die Straße ‚Steep Hill' verbindet beide Stadtteile.
Uphill mit seinen vielen Teestuben, Restaurants und Antiquitätenläden lässt leicht erkennen, dass die Stadt vom Tourismus lebt. Im Zentrum beherrscht die ‚Cathedral Church of the Blessed Virgin Mary of Lincoln' das Stadtbild, Sitz der Diözese von Lincoln. Von 1300 bis 1549 war sie das höchste Gebäude der Welt, aber der zentrale Kirchenturm brach im 16. Jh. zusammen und wurde nicht mehr erneuert. Die Kathedrale ist hinter St. Paul's und York Minster die drittgrößte Englands mit den Maßen 148 m x 66 m.
Die Kathedrale hat mit dem ‚Lincoln Imp' bei den Steinfiguren eine herausragende Bedeutung. Nach einer Legende des 14. Jh. wurden üble Kreaturen, die Imp genannt wurden, vom Teufel auf die Erde geschickt, um dort schlechtes Werk zu verrichten. Zwei solcher Imps sollen in die Kathedrale gekommen sein, Tische und Stühle zerschlagen und dem Bischof ein Bein gestellt haben. Als ein Engel aus einem Gesangbuch kam und ihnen befahl, das einzustellen, war ein Imp mutig und warf Steine auf den Engel, während der andere sich unter den Trümmern der Tische und Stühle verbarg. Der Engel verwandelte den ersten Imp in einen Stein, gab aber dem zweiten die Chance zu entweichen. Besucher können den Imp noch heute sehen, obwohl es als Herausforderung gesehen wird, wo er zu finden ist und keine Hinweise gegeben werden.
2005 wurden hier die Szenen für den Kinofilm The Da Vinci Code - Sakrileg gedreht. Dies bescherte der Kirche hohe Einnahmen und verstärkte den Besucheransturm.

Zwischen Lincoln und Skegness liegt Horncastle in den Lincolnshire Wolds, an der Mündung der Flüsse Bain und Waring. Die Stadt ist aus einem römischen Fort entstanden und wurde als Banovallum (i.e. ‚Wall on the River Bain') bekannt. Die Sachsen nannten die Stadt Hyrnecastre, daher der heutige Name. Seit dem 13. Jahrhundert fand hier die ‚Annual Horse Fair' statt und ‚Horncastle for horses' machte den Ort berühmt, jedoch wurde bereits 1948 der letzte Markt abgehalten.

Das Seebad Skegness gelangte deshalb zu Berühmtheit, weil hier das erste Butlins Holiday Resort errichtet wurde, das heute noch besteht. Es ist eines der berühmtesten Seebänder der VK, besonders für die Arbeiterklasse und ‚Day-Trippers' aus Leicester, Lincoln, Nottingham und den East Midlands. Der Ort wurde das ‚Blackpool of the East Coast' oder ‚Nottingham by the Sea' genannt und hat ein berühmtes Maskottchen, den Jolly Fisherman und einen Slogan - ‚Skegness is so bracing' - der sich auf die vorherrschenden kalten Nordostwinde bezieht. Eingeweihte sprechen von ‚Skeggy', ‚Costa del Skeg' oder ‚Skegvegas', was bereits den Charakter der Stadt kennzeichnet. Die Seafront bietet ein Kaleidoskop von Neonlichtern für ‚slot machines, fairground rides, crazy golf, fish-and-chip shops and various bars'. Es gibt Geschäfte, die nur im Sommer geöffnet haben, die Drachen und ‚Buckets-and-Spades' verkaufen, außerdem gibt es eine Herde von Eseln zum Reiten. Im Embassy Theatre auf der Grand Parade ist die Heimat der ersten weltweiten ‚Meccano' (ähnlich unseren Märklin Baukästen) -Ausstellung.

Südlich von Horncastle liegt Tattershall Castle, das 1434 von Ralph, dem 3. Lord Cromwell, Schatzkanzler von England, an der Stelle gebaut wurde, wo im 13. Jh. ein Steincastle gestanden hatte. Von dem Castle stehen noch der zentrale Turm und der Burggraben. Man geht davon aus, dass die drei Staatsräume des Castles einst prächtig ausgestattet waren und dass die Zimmer mit riesigen Kaminen beheizt wurden. Es handelte sich wohl eher um einen Landsitz, der als Festung getarnt war. Nach Cromwells Tod 1456 verfiel das Castle, bis es 1911 von Lord Curzon of Kedleston gekauft, restauriert und nach seinem Tod 1925 dem Trust vermacht wurde. Man kann den Turm ersteigen, jedoch sind die riesigen Staatsgemächer nicht möbliert, aber dafür wird man auf der Turmspitze durch einen herrlichen Blick in die Weite der Landschaft entlohnt.
Tattershall Castle und Lincolnshire Wolds

Grantham ist ein Marktstädtchen im South Kesteven Distrikt von Lincolnshire, bekannt als Geburtsort der früheren Premierministerin Margaret Thatcher und als der Ort, in dem Isaac Newton zur Schule ging. Außerdem hatte die Stadt die erste Polizistin als ‚Policewoman on the Beat': Miss Mary Allen war eine ehemalige Suffragette, die zuvor außerhalb des Unterhauses inhaftiert worden war und von den 1920er bis in die 1940er im Polizeidienst stand. 1905 erfand ‚Richard Hornsby & Sons of Grantham' ein revolutionäres Raupenfahrwerk und baute Dieselloks und Landmaschinen. Das Werksgelände nannten sie ‚Invicta' nach dem Wappen von Kent, was soviel wie "unbesiegt" heißt. Grantham hat noch eine Besonderheit: Es hat das einzige ‚living pub sign' in GB: seit 1830 einen echten Bienenstock in einem Baum vor dem Lokal.

Belton House ist ein Landsitz in Belton nahe Grantham. Er ist von formalen Gärten umgeben von einer Reihe von Alleen, die zu Follies innerhalb eines größeren Waldparks führen. Belton wurde als Ansammlung der feinsten Restaurationsarchitektur beschrieben, dem einzigen typisch englischen Architekturstil, den England seit der Tudors hervorgebracht hat. Es wurde als vollständigsten Beispiel eines typischen englischen Landhauses beschrieben. Dreihundert Jahre war Belton House Heimat der Brownlow- und Cust-Familie, die erstmals im späten 16. Jh. hier Land erworben hatte. Das jetzige Haus wurde zwischen 1685 und 1688 von dem jungen Sir John Brownlow und seiner Frau erbaut. Trotz großen Reichtums zogen sie es dem Bau eines bescheidenen Landhauses vor und errichteten keinen großartigen zeitgemäßen barocken Palast. Trotzdem wurden die neuesten Errungenschaften wie die Schiebefenster in den Haupträumen eingebaut und - wichtiger noch - separate Bereiche für die Bediensteten. Entsprechend des Aufstiegs vom Baronet über Baron zum Earl änderten verschiedene Generationen das Innere des Hauses, das die soziale Stellung und ihren Geschmack widerspiegelten, aber der generelle Entwurf des Hauses änderte sich wenig. Nach dem Ersten Weltkrieg sahen sich die Brownlows wie viele Adelige steigenden finanziellen Problemen ausgesetzt und gaben 1984 das Haus mit fast dem gesamten Inventar an den National Trust. Es steht heute dem Besucher offen und zieht jedes Jahr Tausende von Touristen an, nicht zuletzt weil hier BBC-Filmszenen von Pride and Prejudice und Tom Jones gedreht wurden.

Melton Mowbray darf sich als Heimat von ‚Melton Mowbray Pork Pies und Stilton Cheese' rühmen. Sie wurden erstmals in der Nähe von Melton Mowbray hergestellt und auch heute noch dort produziert. Der Stilton-Käse hat zwar seinen Namen vom Dorf Stilton, südlich von Peterborough, darf aber dort nur verkauft, nicht hergestellt werden. Die Produktion ist gesetzlich auf die drei Grafschaften Derbyshire, Leicestershire und Nottinghamshire beschränkt. Supermärkte verkaufen Pork Pies üblicherweise mit dem Etikett ‚Melton
Mowbray', jedoch gibt es einen Herstellungsprozess von Hand nach einem speziellen Rezept, das ihn als ‚Melton Mowbray Pork Pie' kennzeichnet. ‚Ye Olde Pork Pie Shoppe' (Dickinsons & Morris) in Nottingham Street stellen eine große Auswahl von Pork Pies her. Außerdem verkaufen sie Stilton, der aber auch überall auf dem umliegenden Markt erhältlich ist. Am 4. April 2008 verlieh die europäische Union dem Melton Mowbray Pork Pie den ‚Protected Geographical Indication Status', d.h. dass nur Pies, die in einem festgelegten Bereich um Melton hergestellt werden, den Namen ‚Melton Mowbray' auf ihrer Verpackung tragen dürfen.
Und noch ein Kuriosum hält die Stadt bereit: der Ausdruck Painting the town red soll 1837 in Melton entstanden sein. Als der Marquess of Waterford und seine ‚Hunting Party' von einer erfolgreichen Jagd zurückkamen, fanden sie verschiedene Dosen mit roter Farbe und strichen sie auf die Gebäude der High Street. Diese kann man teilweise noch an alten Gebäuden sehen. Andere Quellen behaupten, dass der Ausdruck aus dem Amerika der 1880er Jahre stammt. Wenn Personen aus dem Rotlichtbezirk andere Teile der Stadt besuchten, hieß es, 'they were painting the town red' weil sie ihre ‚fragwürdigen' Aktivitäten mit sich brachten.

Stamford liegt am Fluss Welland gehört noch zu Lincolnshire, grenzt aber an Rutland, Cambridgeshire und Northamptonshire im Südwesten an dem einzigen Punkt in England, wo vier Grafschaften aneinanderstoßen. Der Ort war ursprünglich eine dänische Siedlung, später wurde hier Stamfordware hergestellt. Im Mittelalter wurde Wolle verarbeitet und Stamfordtuch hergestellt. Von 1333-34 hatten Studenten und Tutoren der Merton and Brasenose Colleges Oxford verlassen, weil sie mit den Bedingungen nicht einverstanden waren und errichteten Parallel-Colleges in Stamford. Auf Drängen der Universitäten Oxford und Cambridge erzwang Edward III. ihre Rückkehr und ließ sie schwören ‚that you will not read lectures, or hear them read, at Stamford, as in a University study, or college general.' Stamford ist eine altertümliche Stadt mit Fachwerkhäusern und Häusern aus Limestone, aus der auch die Kathedrale von Lincoln gebaut ist, mit kleinen versteckten Geschäften in Seitengäßchen wie ‚Olde Barn Passage' und ‚Bath Row'. Ohne den Verkehr und die Gestaltung der Straßen wäre es schwierig zu erkennen, in welchem Jahrhundert man sich befindet.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass Stamford häufig als Kulisse für Filme diente wie in Pride and Prejudice (2004) unter dem Namen ‚Meryton', dem Da Vinci Code (2006) und The Golden Bowl (2000), außerdem im Fernsehen in Middlemarch (1994), Top Gear (2004) und Fifth Gear.

Im nahe gelegenen Burghley House wurden weitere Filmaufnahmen gedreht. Das Schloss wurde zwischen 1555 und 1587 für Sir William Cecil, dem 1. Baron Burghley gebaut, der Lord High Treasurer für Queen Elizabeth I war. Es gehörte später den Earls and Marquesses of Exeter und heute einem gemeinnützigen Trust, den die Familie eingerichtet hat. Lady Victoria Leatham, eine Tochter des 6t. Marquess und eine bekannte Expertin für Antiquitäten und Fernsehbekanntheit, lebt im Haus als Direktorin des Trusts. Das Haus ist eines der besten Beispiele der Architektur des 16. Jh. mit einigen Räumen im Barockstil. Der Hauptteil des Hauses hat 35 größere Zimmer im Erd- und ersten Obergeschoss. Insgesamt gibt es nicht weniger als 80 kleinere Räume. Das Haus wurde im Grundriss nach dem Buchstaben "E" zu Ehren von Queen Elizabeth gebaut, allerdings fehlt heute der NW-Flügel. Dieser wurde unter der Leitung von Capability Brown abgerissen, um einen besseren Blick auf den Park zu bieten. Er schuf auch den105.000 m² großen See, der so angelegt ist, dass man meint, auf einen mäandrierenden Fluss zu blicken.
Ein weiteres historisches Gebäude in der Gemeinde Little Casterton ist Tolethorpe Hall, in dem die ‚Stamford Shakespeare Company' beheimatet ist und das einst der Browne-Familie gehörte. Die Hall steht auf der mittleren von drei Terrassen. Das Auditorium sitzt auf der unteren Terrasse vor einer offenen Bühne, die sich zum Gwash-Tal hin in die Landschaft öffnet, manchmal auch bei großer Kälte (‚so bring some blankets along') Die Gesellschaft spielt jedes Jahr drei Monate jeweils zwei Shakespearestücke und ein Stück eines Dramatikers aus dem 17. Jh.

Spalding ist durch seine jährliche Tulpenparade bekannt geworden, die am ersten Samstag im Mai stattfindet. In Jahren, wenn die Tulpen spät blühen, werden Osterglocken stattdessen verwendet. Das Gebiet war früher häufig überflutet, was aber durch die Eröffnung des Krönungskanals 1953 beendet wurde. Spalding nennt sich ‚The Heart of the Fens' und ist Zentrum des Anbaus von Blumenzwiebeln. Sie haben enge Verbindungen mit den Niederlanden. Spalding ist die ‚Welthauptstadt' für Herstellung von Würstchen - Heimat der Lincolnshire-Würstchen, die von den traditionellen Brownings and Bennetts bis zu den in großen Massen produzierten George Adams-Würstchen gehen.
Dieses Gebiet ist dank seines Marschbodens ein größeres Anbaugebiet für Blumen und Gemüse. Das meiste davon wird über Supermärkte landesweit verkauft. Der Anbau von Blumen hat in den letzten Jahren stark abgenommen und die Bänder von grellen Farben, die das Fenland bedeckten, sind mittlerweile selten geworden.