Schottland & Hebriden

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Southern Uplands Hawick - Galashields - Jedburgh - Abbotsford - Ayr und Robert Burns - Dumfries - Logan Botanic Gardens - Lockerbie - Gretna Green
Central Lowlands Edinburgh - Hopetoun House - Linlithgow - Caumbernauld New Town - Stirling - Glasgow - Alexandria
Scottish Highlands Loch Lomond - Inverary - Oban - Glencoe - Ben Nevis mit Fort William - Loch Ness - Inverness - Aberdeen - Dee Valley mit Balmoral Castle - Braemar - Stonehaven - Dunnottar Castle - Dundee - St Andrews
Outer Hebrides Barra - South Uist - Benbecula - North Uist - Highland Clearances - Berneray - Harris & Lewis - Harris Tweed - Berneraigh - Callanish Stones - Isle of Skye

 

Die Southern Uplands


(1) Gretna Green, (2) Brig O' Doon in Ayr, (3) Robert Burns Memorial, (4) Sir Walter Scott's Haus in Abbotsford, (5) Woollen Mill, (6) Royal Stuart Tartan


Die Grenze zu England liegt zwischen dem Solway Firth im Westen und dem Fluss Tweed an der Ostküste. Die Gebiete, die noch nahe an England gelegen sind, werden ‚Borders' genannt. Von hier stammen die ‚Scots-Irish' (in den USA) und die ‚Ulster-Scots' in Nordirland.
Hawick, eine Mill Town seit dem 18. Jh. im Südosten Schottlands, ist angeblich das Mekka für Strickwarenherstellung in Grossbritannien. Die Geschichte der Stadt hat seit ein paar hundert Jahren mit Textilien zu tun. Es begann mit handgestrickten Socken in den 1600er Jahren, ebenso wurden gesponnene Wolle und Leinen damals bereits produziert. In den 1700er Jahren wurden Schleusen und Abzugskanäle gebaut, die die 50 Tuchfabriken mit genügend Wasser versorgten. Um 1800 waren 3.000 Leute in Hawick damit beschäftigt, Strumpfwaren, Teppiche und weitere Leinen- und Wollwaren herzustellen. Als um die Mitte des Jahrhunderts Dampfkraft die Wasserkraft ersetzte, wuchs die Zahl der Betriebe weiter. Unter ihnen John und Robert Pringle, deren Name weltweit bekannt ist und Lyle & Scott, die 1874 gegründet wurden. Heute kommen Besucher vor allem, um Waren direkt ab Fabrik zu kaufen.

In Galashiels waren bereits 1585 drei Zwirnereien ansässig. Es wurde eine bessere Tuchqualität als in Yorkhire produziert und bei der ‚Great Exhibition', der Weltausstellung 1851 in London stammten die meisten Aussteller von Textilien aus Galashields und gewannen vier der zwölf Medaillen, die nach Schottland gingen. 1850 - 1880 war die Blütezeit der Textilindustrie, es folgte ein Niedergang, jedoch blieb sie bis zum Zweiten Weltkrieg der Hauptarbeitgeber. Heute haben sich hier mehrere Elektronikfirmen angesiedelt.

Jedburgh wird beherrscht von den Ruinen der Jedburgh Abbey. Die Kirche wurde vom Bischof Ecgred of Lindisfarne gegründet und von König David I of Scotland zwischen 1118 and 1138 zur Priory für Augustinermönche aus Beauvais in Frankreich gemacht. Zur Abtei wurde sie 1147. Durch die Grenzkriege mit England wurde sie mehrfach zerstört, bis der Earl of Surrey 1523 befahl, sie niederzubrennen. Selbst ohne Dach bleibt die Ruine immer noch imposant. Ein weiterer touristischer Anlaufpunkt des Ortes ist das Haus von Mary, Queen of Scots, in dem sie 1566 wohnte und das heute ein Museum beherbergt.

Nördlich von Jedburgh beginnt das ‚Romantic Land of Sir Walter Scott' mit ‚Scott's View' vom Bemersyde Hill, 2 Meilen östlich von Melrose. Der schottische Dichter Walter Scott, 1st Baronet (1771-1832), der durch historische Romane wie Rob Roy und Ivanhoe bekannt wurde, wohnte in Abbotsford in der Nähe von Melrose am River Tweed. 1811 kaufte er eine bescheidene Farm, baute zuerst eine kleine Villa und nannte sie ‚Abbotsford' nach einer kleinen Furt, wo die Äbte von Melrose Abbey über den Fluss gingen. Nach und nach baute er das Haus zu einem Herrensitz aus und verwendete dabei viele Steinskulpturen aus Burgruinen und Abteien. Er richtete eine große Bücherei ein und sammelte alte Möbel, Waffen und Rüstungen und weitere Überbleibsel der schottischen Geschichte. Er konnte aber kaum den herrlichen Blick auf den Tweed ein Jahr genießen, als ihn die Schulden einholten und ihm nur die Bücherei und das Museum blieben. Sein Verleger Robert Cadell erließ ihm die restlichen Schulden gegen das Copyright auf seine Bücher. Seit 1833 ist das Haus der Öffentlichkeit zugänglich. Scott ist in St. Mary's Aisle in den Ruinen von Dryburgh Abbey begraben, ebenso wie Field-Marshal Douglas Haig (1861 -1928), Commander-in-Chief der britischen Armee im Ersten Weltkrieg. Die Abtei wurde 1150 am Fluss Tweed gegründet. Die Abtei wurde 1150 von Prämonstatenser-Mönchen gegründet, auf dem Land von Hugh de Moreville, dem Vater eines der Mörder von Thomas Becket. Sie wurde 1322 von englischen Truppen niedergebrannt, unter Robert the Bruce restauriert, 1385 unter Richard II. wieder niedergebrannt, wieder aufgebaut und 1544 endgültig zerstört. Im 18. Jh kaufte der Earl of Buchan das Land, um die Ruinen zu erhalten.


Ayr liegt am Firth of Clyde in Südwest-Schottland. Robert Burns (1759-1796) - auch als ‚Rabbie Burns', 'Scotland's favourite son', ‚The Ploughman Poet' oder - simply - ‚The Bard' bekannt - war Dichter und Lyriker. Er ist der nationale Dichter - und Held - Schottlands und weltweit berühmt. Er hat auf schottisch geschrieben, aber auch in Englisch oder leichtem schottischen Dialekt, das auch ein Auditorium außerhalb Schottlands verstand. Er sammelte Volkslieder in ganz Schottland, sein Gedicht - und Lied - Auld Lang Syne wird heute oft an Hogmanay (New Year) gesungen und ‚Scots Wha Hae' diente lange Zeit als inoffizielle Nationalhymne. Er wurde in Alloway, einem Vorort von Ayr am River Doon, geboren, wo sein Gedicht Tam o' Shanter spielt. In dem Gedicht werden die ‚Alloway Kirk', oder ‚Auld Kirk' wie die Einheimischen sie nennen, mit dem Hexentanz und die Brig o'Doon beschrieben, über die die Hexen Tam O'Shanter trieben, aber dem Pferd auf der Hälfte der Brücke den Schwanz ausrissen. Unter einem ‚Tam O'Shanter' versteht man heute eine schottische Mütze aus Wolle mit einem ‚Toorie' (Pompon) in der Mitte in vielen Farben und in verschiedenen Tartanmustern.
Im Zentrum von Ayr liegen 'Burns Cottage' und ein Museum mit handgeschriebenen Manuskripten des Dichters. Außerdem gibt es ein Burns Besuchszentrum ‚The Tam O' Shanter Experience', mit Souvenirladen und Restaurant.
Burns Night, ein zweiter nationaler Feiertag, wird an seinem Geburtstag am 25. Januar mit ‚Burns Suppers' auf der ganzen Welt gefeiert. Diese laufen nach einem bestimmten Ritual ab: Nach der allgemeinen Begrüßung wird das ‚Selkirk Grace' gesprochen:
"Some hae meat and canna eat,
And some wad eat that want it;
But we hae meat, and we can eat,
Sae let the Lord be thankit.
"
Dann wird ‚Haggis' (Magen eines Schafes mit Herz, Leber, Lunge, Nierenfett, Zwiebeln und Hafermehl gefüllt - schmeckt besser als es klingt!) angeschnitten und dazu Robers Burns' berühmtes Gedicht Address to a Haggis verlesen, in dem dieses als ‚Great Chieftain o' the Puddin-race' (deutsch etwa: "Großer Häuptling des Pasteten-Stammes") gerühmt wird. Anschließend wir im ‚immortal memory', ein Überblick über das Leben und Werk von Robert Burns gegeben. Zum Abschluss des Abends wird Auld Lang Syne gesungen.

Auld Lang Syne
Should auld acquaintance be forgot
and never brought to mind?
Should auld acquaintance be forgot
and days of auld lang syne?
For auld lang syne, my dear,
for auld lang syne,
we'll take a cup of kindness yet,
for auld lang syne.


Das Lied wird außerdem zu Beginn des Neuen Jahres in Grossbritannien, den USA und allen Commonwealth-Ländern gesungen, am Ende der jährlichen Tagung der Gewerkschaften, des ‚Trades Union Congress' und der ‚Last Night of the Proms'. Es wird ebenso als letzter Gruss bei Beerdigungen gespielt, bei Examensabschlussfeiern, weltweit als Abschiedslied, als Pfadfinderlied und in unzähligen Filmen. Häufig endet ein geselliger Abend, indem man bei der letzten Strophe von Auld Lang Syne die Arme überkreuzt, wobei die Leute von der einen Seite des Raumes auf die anderen zugehen. Besonders bei stärkerem Alkoholkonsum gelingt das nicht immmer und es endet in einem - teils auch gewollten - Chaos, indem alle übereinanderpurzeln. Folgt man den Spuren von Robert Burns, so landet man in Dumfries, wo Burns von 1791 bis zu seinem frühen Tod - wahrscheinlich durch eine Infektion nach einer Zahnextraktion - mit 37 Jahren (1796) lebte. Hier schrieb er seine berühmtesten Lieder wie Auld Lang Syne und Ye Banks and Braes of Bonnie Doon. Sein Haus in Burns Street beherbergt seine Manuskripte, in der High Street steht eine Statue von ihm und sein Mausoleum kann im St. Michael's Churchyard besichtigt werden.

Im äußersten Südwesten Schottlands liegen die Logan Botanic Gardens, wo auf Grund des Golfstroms selten Schnee fällt und Palmen und andere subtropische Pflanzen gedeihen. Westlich von Castle Douglas in Dumfries and Galloway liegt die Ruine von Threave Castle auf einer 8 ha großen Insel im Fluss Dee. Es ist die Heimat der ‚Black' Douglases, sogenannt wegen ihrer wüsten Plünderungen der Umgebung. Das Castle wurde in den 1370er Jahren von Archibald Douglas ‚The Grim', dem dritten Earl of Douglas erbaut, nachdem er zum Lord of Galloway gemacht wurde. Später wurde es von der Krone annektiert. Über dem Eingang ragt der ‚Gallows Knob' (Galgenknopf) hervor, an dem die Douglases ihre Feinde aufhängten. Der Burgfried is 21 m hoch und konnte nur über eine bewegliche Brücke zum ersten Stock begangen werden. Hier war die Küche, darunter ein Brunnen und ein Gefängnis. Eine weitere Brücke führte zur Great Hall, darüber befinden sich zwei Stockwerke für weitere Räume.

Im Süden Schottlands - unweit der Grenze zu England am Solway Firth liegt der kleine Ort Lockerbie mit ca. 4.000 Einwohnern. Er würde wohl für immer nur als der Ort in Erinnerung bleiben, wo 1593 die letzte Schlacht zwischen den Border Families stattfand. Hierbei wurden etwas 700 Mitglieder der Maxwell Familie getötet, wobei ihnen ein Ohr mit Schlitzmesser abgeschnitten wurde, eine Verstümmelungsmethode, die im ganzen ‚Border Country' als ‚Lockerbie Nick' ("Lockerbie-Kerbe") bekannt wurde. Am 21. Dezember 1988 geriet der Ort noch einmal in die Schlagzeilen, als das Wrack von Pan Am Flight 103 als Ergebnis eines Terroristenangriffs auf die Stadt fiel. 11 Einwohner starben, als die Tragflächen und Benzintanks in Sherwood Crescent explodierten und einen riesigen Krater hinterließen, alle 259 Flugzeuginsassen kamen ebenfalls ums Leben. Zwei libysche Geheimagenten wurden 1991 angeklagt und 2001 wurde einer zu lebenslanger Haft verurteilt, der andere freigelassen.

An der alten Kutschenstraße zwischen London und Edinburgh liegt Gretna Green, das erste Dorf in Schottland. Es wurde durch seine ‚Blacksmiths' Shops' berühmt, in denen viele Hochzeiten von Jugendlichen vollzogen wurden. Es begann, als 1753 in England der ‚Lord Hardwicke's Marriage Act' beschlossen wurde. Dieser regelte, dass Heiratswillige, die unter 21 Jahre alt waren, bei Heirat die Zustimmung der Eltern brauchten. Das traf aber nicht auf Schottland zu, wo Jungen mit 14 Jahren und Mädchen mit 12 Jahre heiraten konnten. Daher flohen viele Heiratswillige aus England in das erste schottische Dorf - und das war Gretna. The ‚Old Blacksmith's Shop' von 1712, und ‚Gretna Hall Blacksmith's Shop' von 1710 führten die meisten Hochzeiten durch. Der Dorfschmied und sein Amboß ('Anvil Priests') wurden die dauerhaften Symbole für die Hochzeiten in Gretna. Fast jeder konnte die Eheschließung vollziehen, wenn ein Paar vor zwei Zeugen den Heiratswillen bekundete. Wie der Schmied heißes Eisen mit Eisen über dem Amboß verschmilzt, so verbindet er das Paar über dem Amboß. Hundertausende von Hochzeiten sollen hier vollzogen worden sein und auch heute noch kommen Tausende "to be married 'over the anvil''.
Früher waren sie überall im Norden Englands und in Schottland zu finden, aber heute wird man sie vergebens suchen, die Mill Shops. Sie haben zwar vielleicht noch ihren Namen behalten, wie z.B. die ‚Edinburgh Woollen Mills' in allen größeren englischen Städten, aber die Waren werden nicht mehr on the premises hergestellt. Wo kommen nur deren Textilien her?

Die Central Lowlands

Edinburgh ist die Hauptstadt Schottlands mit 448.624 Einwohnern und liegt malerisch am Südufer des Firth of Forth. Es wird wegen seiner rauen Lage und der Anhäufung von georgianischer Architektur einschließlich seiner ‚Tenements' genannten Wohnblocks (mehr als 4.501 historische Gebäude) als ‚Athens of the North' bezeichnet. Nach der Volksabstimmung ist es im Rahmen der ‚Devolution' (Übertragung administrativer Aufgaben an regionale Körperschaften) Sitz des Schottischen Parlaments. Die Old Town und New Town sind seit 1995 Weltkulturerbe. Das kulturelle Angebot ist riesig mit dem jährlichen ‚Edinburgh Festival', ‚Edinburgh Fringe', ‚Edinburgh International Festival', ‚Edinburgh Military Tattoo' und ‚Edinburgh International Film Festival'. Berüchtigt ist die ‚Hogmanay Street Party' zum Jahreswechsel am 31. Dezember. Die Stadt ist eine der Haupttouristenziele Europas mit ungefähr 13 Mio Besuchern pro Jahr.

Das historische Zentrum ist zweigeteilt durch die Princes Street Gardens. Südlich davon beherrscht Edinburgh Castle auf einer Vulkanklippe den Blick, dahinter liegt die Old Town, nördlich davon sind die Princes Street and die New Town. Der Park waren einst ein See namens Nor Loch, der 1816 drainiert und als Gartenanlage gestaltet wurde. Die Old Town hat sich ihren mittelalterlichen Grundriss erhalten. Die Hauptschlagader ist die Royal Mile, die vom Castle zu Holyrood Palast führt. Kleinere Straßen, ‚Closes' oder ‚Wynds', führen bergab in einer Art Fischgrätmuster. Große Plätze umgeben öffentliche Gebäude wie die St Giles Cathedral und die Law Courts. Wegen der Enge wurden hier von 1500 an die ersten Hochhäuser gebaut mit durchschnittlich 10 - 11 Stockwerken und vielen Gewölben unter Straßenniveau für die irischen Einwanderer während der Industriellen Revolution.
Die New Town war die Lösung des 18. Jh. für die zunehmend überfüllte Old Town. Der Plan war ein starr angelegtes Netz mit der George Street als Hauptstraße, wobei Princes Street und Queen Street parallel dazu verlaufen. Princes Street ist die Hauptgeschäftsstraße. Oberhalb liegt Calton Hill mit mehreren Monumenten: ‚Nelson's Monument', die ‚Old Royal High School' (einst Heimat der ‚Scottish Assembly') und das unvollendete ‚National Monument', das dem Parthenon der Akropolis in Athen nachempfunden ist. Südlich von Edinburgh ist ‚Arthur's Seat' auf Lava eines Vulkans, von dem man auf Holyrood House und die Old Town schaut.


(1) Princes Street und Edinburgh Castle, (2) Forth Road Bridges, (3) Glasgow Gorbals, (4) Caumbernauld New Town, (5) Scottish Highlanders

 


Von Queensferry hat man einen Blick auf die ‚Forth Road Bridges', die Brücken über die Mündung des Flusses Forth. Die Forth Rail Bridge, verbindet Edinburgh mit dem ‚Kingdom of Fife' im Norden. Sir John Fowler und Sir Benjamin Baker - ‚two of the most remarkable civil engineers Britain ever produced' - entwarfen die Brücke, die zwischen 1883 und 1890 gebaut wurde. Sie ist 2,5 km lang und 46 m über Flut. 55.000 t Stahl wurden verarbeitet. Die Brücke wurde am
4. März 1890 vom Prince of Wales, dem späteren Edward VII., eröffnet. ‚Painting the Forth Bridge' ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für eine nie endende Aufgabe und bezieht sich auf die Zeit, als sie wieder angestrichen werden musste, sobald man an einem Ende fertig war.
Die Forth Road Bridge ist eine Hängebrücke, 1964 über den Firth of Forth erbaut, um Edinburgh mit North Queensferry zu verbinden. Die zollpflichtige Brücke ersetzte eine jahrhundertealte Fähre. Die größte Spannbreite ist 1.006 m, die Gesamtlänge beträgt 2.512 m. Die Brücke besteht aus 39.000 t Stahl und 115.000 cbm Beton. Sie ist vierspurig angelegt mit Fuß- / Radweg auf jeder Seite. Die Brücke ist eine wichtige Verbindung nach Norden in Richtung Dundee und die Autobahn M 90. Im ersten Jahr benutzten 2,5 Mio Autos die Brücke, im Jahr 2004 waren es 11,8 Mio.

Hopetoun House in South Queensferry ist Wohnsitz des Earl of Hopetoun (später 'Marquess of Linlithgow'), 1699 im georgianischen Stil erbaut. Es ist von 61 ha Park umgeben mit anschließendem Wald. Man kann Gemälde, Originalmöbel, Teppiche und besonders schöne Kandelaber im Festsaal besichtigen.

Linlithgow Palace in der Grafschaft West Lothian ist der Geburstsort von James V. and Mary, Queen of Scots, der in Friedrich Schillers Drama Maria Stuart vorkommt Der gegenwärtige Palast wurd 1214 unter James I. of Scotland begonnen und 1746 niedergebrannt. Obwohl ihm das Dach fehlt, ist er noch fast vollständig erhalten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden insgesamt 28 ‚New Towns' unter einem Gesetz von 1946 für Leute geplant, die ihr Haus im Krieg verloren hatten. Neben dem ‚Abercrombie Plan for London' (1944) wurde auch ein ähnlicher Plan für Glasgow im Clyde Valley mit dem Ziel entwickelt "if we can build better, we can live better." Cumbernauld in North Lanarkshire mit 51.300 Einwohnern (2004) wurde für den ‚Population Overflow' von Glasgow gegründet. In den 1970er Jahren wurde die Planung dieser Stadt von Fachleuten bejubelt, die eine strikte Trennung von Fußgänger- und Fahrverkehr bot. Architekten, Städteplaner und Studenten besuchten Cumbernauld, um die utopische Struktur zu bewundern. Die ‚Cumbernauld Development Corporation' (CDC) entwickelte und überwachte Cumbernauld und half, verschiedene Industrien der High-Tech, Elektronik, Chemie, Nahrungsmittelproduktion sowie ein Büro von ‚Her Majesty's Revenue and Customs', dem nationalen Finanzamt, anzusiedeln.
Seitdem haben sich allerdings die Vorstellungen gewaltig geändert und die Stadt hat eine Reihe von unangenehmen Preisen gewonnen wie den ‚Plook on a Plinth' 2001 und 2005 für die ‚Most Dismal Town in Scotland'. Das ganze Stadtzentrum gewann den Preis für "Abriß" in der ‚Channel 4 Serie Demolition', wo es zum "worst building in Britain" ernannt wurde. Es wurde auch im BBC Radio 2 Comedy Programm 'It's Been a Bad Week' herausgestellt, wo es die fiktive Auszeichnung 'Worst Week of the Week Award, Awarded Weekly, on a Week-By-Week Basis' gewann. Das Zentrum bilden die ‚Town Centre Buildings', die als ein kommerzielles Zentrum mit Geschäften, Unterhaltung und Luxuswohnungen konzipiert waren und als erstes Einkaufszentrum des UK gelten. Leider entwickelte sich die Stadt nie zu ihrer geplanten Größe und dem Leben, das die Planer avisiert hatten, z.B. wurden die Penthäuser für Reiche nie realisiert. Daher wurde ein großer Teil des Zentrums für einen neuen Einkaufs- und Freizeitkomplex abgerissen. Man hat mittlerweile die theoretischen Konzepte der Nachkriegszeit verworfen, was bei den Leuten in Erinnerung bleibt ist, dass "Cumbernauld's Town Centre is widely regarded as one of the ugliest and least-loved examples of post-war design in Scotland."

Stirling, ‚Gateway to the Highlands', mit seinem auf steilen Quarzfelsen (75 m) gelegenen Castle ist der Stammsitz der Stuarts und eine der kleinsten Städte Schottlands. Das Castle stammt aus dem 15. Jh., aber es gab bereits frühere Burgen, die die umgebende Ebene überwachen sollten. James V. baute den größten Teil des königlichen Plastes im 16. Jh. und verwandelte es in eines der prächtigsten Schlösser Schottlands. Von hier hat man einen herrlichen Rundblick auf die Lowlands im Süden und die beginnenden Highlands im Norden. Nahe den Toren steht die Church of Holy Rude, in der Mary, Queen of Scots, 1543 gekrönt wurde. Stirling ist berühmt für seine Gespenster wie die ‚Green Lady of the Castle', die viele Soldaten gesehen haben wollen und ‚The Settle Inn' in der Nähe des Castle, das eines der am meisten von Gespenstern heimgesuchten Orte in Schottland sein soll.

Glasgow am Fluss Clyde ist die größte Stadt Schottlands. Mit der industriellen Revolution wurde der Großraum eine der wichtigsten Zentren der Ingenieurskunst und des Schiffsbaus. Heute ist es eines der Hauptfinanzzentren Europas und Sitz vieler führender Firmen Schottlands. Im späten 19. und frühen 20. Jh. hatte Glasgow 1 Mio Einwohner und war hinter London, Paris und Berlin die viertgrößte Stadt Europas. Heute wohnen im Ballungsraum ungefähr 2,3 Mio Einwohner. Nach den ‚Acts of Union' in 1707 bekam Schottland einen Zugang zu den riesigen Märkten des British Empire und wurde durch seinen Tiefwasserhafen zur Drehscheibe mit dem Amerikahandel, besonders mit Tabak, Baumwolle und Zucker. Daniel Defoe besuchte die Stadt im frühen 18. Jh. und beschrieb sie als "the cleanest, most beautiful and best built City in Britain, London excepted".
In den Werften entlang der Clyde wurden berühmte Schiffe wie die Cunard Schiffe 'RMS Lusitania', 'RMS Aquitania', 'RMS Queen Mary', 'RMS Queen Elizabeth', 'RMS Queen Elizabeth 2', und die köngliche Jacht 'Britannia' gebaut. Am Ende des 19. Jh. galt Glasgow als ‚Second City of the Empire' und baute die meisten Schiffe und Lokomotiven auf der Welt. ‚Clydebuilt' wurde ein Synonym für Qualität und Ingenieurskunst. Im 20. Jh. begann der Niedergang nach dem 1. Weltkrieg, während und nach dem 2. Weltkrieg ging es aber wieder aufwärts. In den 1960er Jahren litt Glasgow an fehlenden Investitionen und kam unter scharfe Konkurrenz zu Deutschland und Japan. Das führte zu hoher Arbeitslosigkeit, Verfall der Innenstadt, Bevölkerungsabnahme und starker Abhängigkeit von Sozialhilfe. Erst in den 1990er Jahren erholte sich die Stadt und fand eine neue Rolle. Investitionen wurden dadurch erleichtert, dass Glasgow 1990 ‚European City of Culture' war und damit für reichere Leute wieder attraktiv wurde.

Die ‚Gorbals' am Südufer des River Clyde waren eines der Problemgebiete von Glasgow mit ihren Einwohnern, die vorwiegend der Arbeiterklasse entstammten. Hier wohnten vor allem katholische Einwanderer aus Irland und Juden. Noch in den 1980er Jahren galten sie als eine der gefährlichsten Gebiete im UK mit Straßengangs und Gewalt. Die üblichste Waffe bei Teenagern war die Machete. Das berüchtigste der 20 Stockwerke hohen Betonbauten waren im Queen Elizabeth Square von Sir Basil Spence entworfen, das 1993 abgerissen wurde. Die Hochhäuser (‚Tower Blocks') wurden durch einen Mix von privatem Wohnungsbau und Sozialwohnungen ersetzt. Heute leben hier auch Leute aus der Mittelklasse.

Das Straßennetz der Innenstadt hat eine Gitterstruktur nördlich des Clyde. Das Herz ist der George Square mit vielen Statuen und den kunstvollen viktorianischen Glasgow City Chambers, dem Hauptquartier des Stadtverwaltung von Glasgow. Westlich und südlich davon sind die Hauptfußgängerachsen Argyle, Sauchiehall und Buchanan Street. Das Londoner Warenhaus Selfridges und Harvey Nichols haben Grundstücke in der Innenstadt erworben und werden damit den Ruf des zweitwichtigsten Einkaufsstadt nach Central London weiter festigen. Das Layout der 2 ½ Meilen langen Einzelhandelsgeschäfte von Buchanan Street, Sauchiehall Street und Argyle Street wird ‚Golden Z' genannt. Im Zentrum liegen auch die wichtigsten kulturellen Einrichtungen.

Die ‚Burrell Collection im Pollok Country Park' auf der Südseite ist eine der kulturellen Hauptattraktionen der Stadt. Sir William Burrell vermachte sie 1944 der Stadt. Bedingung war, ein Haus zu finden, das 16 Meilen vom Stadtzentrum lag, um die Auswirkungen der Verschmutzung zu verhindern. Als das ‚Pollock Estate' 1967 in den Besitz der Stadt gelangte, wurde ein entsprechendes Gebäude erstellt und 1983 von der Queen eingeweiht. In der Ausstellung finden sich eine Sammlung von mittelalterlicher Kunst, Werke von Degas und Cézanne und moderne Skulpturen.

6 km nordwestlich von Dumbarton am Fluß Leven liegt Alexandria, einst berühmt für Bleichen und Bedrucken von Baumwollstoffen, wurde in den 1970er Jahren als New Town saniert und ist für seine ‚Lomond Galleries' bekannt, die frühere Fabrik von Argyll Motors Ltd. mit imposanter Kuppel und einem noch beeindruckenderem Eingangsbereich und Treppenhaus aus Marmor, die heute einen Fabrikverlauf beherbergen.
Die Fabrik war für eine Jahresproduktion von 2.500 Autos ausgelegt, viel zu groß, wie sich bald herausstellte. Sie kostete
£ 220,000 und hatte auf dem Gelände eine Reihe von Teststrecken und eine ‚Garden City' für die Arbeiter. Hier wurden bis 1914 von Alex Govan Fahrzeuge gefertigt, dann wurde das Gebäude an das Verteidigungsministerium zur Produktion von Torpedos verkauft, später wurden bis 1932 wieder Autos gefertigt. 1997 wurden die Lomond Galleries als Factory Outlet mit 23 Geschäften eröffnet, außerdem gibt es ein ‚Motor Heritage Museum'.

Die Highlands


(1) Scottish Highlands, (2) Glenfiddich Malt, (3) Aberdeen, (4) Balmoral Castle, (5) Scottish Pipes and Drums, (6) McCaig's Folly, Oban

 

Nördlich vom Firth of Clyde kommt man an Loch Lomond mit seinen Bonnie, Bonnie Banks wie es in dem traditionellen schottischen Song beschrieben wird:
Oh, ye'll tak' the high road, and I'll tak' the low road,
And I'll be in Scotland afore ye;
But me and my true love will never meet again
On the bonnie, bonnie banks o' Loch Lomond.

Das Lied sollte von einem Anhänger von Bonnie Prince Charlie am Vorabend seiner Hinrichtung im Gefängnis von Carlisle geschrieben worden sein. Auf der ‚low road' wird sein Geist schneller in die Heimat gelangen als sein Freund, der auf der üblichen ‚high road' nach Schottland reisen wird.
Loch Lomond ist der größte und einer der schönsten schottischen Lochs: 39 km lang, zwischen 800 m und 8 km breit und
192 m tief, im Süden hügelig und im Norden bewaldet und gebirgig. Er hat 30 Inseln, die vom 5. Jh. irische Mönche anzogen, die ihre Klöster vor Überfällen schützen wollten.

Im Glen Croe liegt Inverary am Loch Fyne mit seinem Castle, das dem Oberhaupt des Campbell-Clans, dem Duke of Argyll, gehört. Die ursprünglichen Pläne stammten von Sir John Vanbrugh, der auch Blenheim Palace entwarf. 1789 war es für John Campbell, dem fünften Duke of Argyll und seiner Frau Elisabeth fertiggestellt worden. Es entstand auf dem ursprünglichen Gelände des Dorfes Inverary, das 1644 vom Royalisten Marquis of Montrose niedergebrannt worden war. Archibald Campbell ließ es eine Meile entfernt wieder aufbauen, damit es ihm nicht den Blick störte. Der viereckige Grundriss zeigt kastellartige Türme mit kegelförmiger Spitze an jeder Ecke und einem Stilmix aus Barock, Palladian und Gothik. Es schließen sich 1 ha formale Gärten und 6 ha Parkland an. Man kann hier besonderes Mobiliar und Inneneinrichtungen der 18. und 19. Jh. bewundern. Das Castle ist die Heimat des gegenwärtigen Duke Torquhil Campbell, dem dreizehnten Duke of Argyll.

Oban liegt am Firth of Lorn und dem Sound of Mull. Es liegt geschützt durch die Insel Kerrera und davor durch Mull. Der Ort hat zwar nur 12.000 Einwohner, kann aber im Sommer bis auf 25.000 anwachsen. Mit der Dampfschiff-Ära und dem Bau der Eisenbahnlinie 1880 wuchs Oban zum Zentrum der Westküste und zum Haupt-Fährhafen für die Inneren und Äußeren Hebriden. Es wird überragt von dem ‚McCaig's Tower', dem Nachbau des Kolosseums in Rom, einer ‚Folly', die von dem wohlhabenden Bankier John Stuart McCaig zwischen 1895 und seinem Tod 1902 erbaut wurde. Er wollte seiner Familie ein Monument errichten und den örtlichen Steinmetzen im Winter Arbeit geben. Er bewunderte die römische und griechische Architektur und ließ das Gebäude dem Colosseum in Rome nachbauen. Es sollte ein Museum und eine Kunstgalerie beherbergen, aber bei seinem Tod waren nur die äußeren Wände fertig. Das Geld für die Vollendung stand zwar bereit, aber die Familie war nicht willens, es dafür auszugeben. Die leere Hülle ist heute ein öffentlicher Garten, von dem man einen herrlichen Blick auf die Inseln Kerrera, Lismore und Mull hat.

Dunstaffnage Castle, nordöstlich von Oban, ist eine Teilruine. Es liegt auf einem Felsen auf einem Meeresvorsprung und ist auf drei Seiten von Wasser umgeben. Das Castle wurde im 13. Jh. von MacDougall, Lord of Lorn, erbaut und gehört seit dem 15. Jh. dem Campbell Clan.

Glencoe ist eines der wildesten und berühmtesten Täler. Es wird auch das ‚Glen of Weeping' genannt, denn hier schlachtete in dem Massaker von Gencoe eine Truppe Soldaten unter einem Campbell-Befehlshaber mehr als 40 MacDonalds ab, die sie 12 Tage nach alter Highland-Tradition bewirtet hatten. Die Campbells standen um 5.00 Uhr morgens auf und das Massaker begann mitten in einem Schneesturm. MacIan, der Anführer der MacDonalds, wurde getötet, aber seine zwei Söhne konnten mit weiteren Überlebenden entkommen.
Im Westen öffnet sich das Tal zum Loch Leven, wo die alte Fähre von Ballachulish mittlerweile durch eine Brücke ersetzt ist.
Häufig sieht man auch in den Lochs Fischfarmen, die erst in den letzten Jahren entstanden sind. In den mittlerweile 360 Farmen sind mehr als 6.000 Leute damit beschäftigt, vorwiegend Lachse zu züchten.

Fort William am Fuß des Ben Nevis ist ein wichtiges Touristenzentrum für die Western Highlands. Das ursprüngliche Fort wurde 1655 von General Monk, dem ersten Duke of Albemarle, erbaut. 1690 wurde es als Stein-Fort auf Befehl von William III. erstellt, nach dem es auch benannt wurde. Bis 1855 diente es als Garnison und wurde dann zerstört.

Ben Nevis ist mit 1.344 m der höchste Berg der Britischen Inseln und liegt am Westende der Grampian Mountains nahe der Stadt Fort William. Er zählt zu den 284 ‚Munros', eine Bezeichnung für Berge in Schottland, die höher als 3.000 Fuß (914 m) sind und deren Gipfel eine gewisse Eigenständigkeit aufweisen. Die Mehrheit der 100.000 Besucher pro Jahr benutzt den gut ausgebauten ‚Pony Track', die Touristenroute von Glen Nevis auf der Südseite. Sie wurde als befestigter Pfad für Packpferde zur mittlerweile aufgegebenen Wetterwarte auf dem Gipfel gebaut. Die Wanderung ist jedoch wegen des unbeständigen Wetters (an 300 Tagen im Jahr herrscht Nebel!) nicht ungefährlich. Schon einige Wanderer haben sich im Nebel verirrt und sind über eine Klippe gestürzt. Für Bergsteiger liegt der Hauptreiz in den 700 m hohen Klippen auf der Nordseite. Im Winter ist der Ben Nevis vor allem bei Eiskletterern ein beliebtes Wintersportgebiet. Hier fallen mehr als 4.000 mm Niederschlag, im Winter doppelt soviel wie im Sommer, wobei Schnee fast das ganze Jahr auf der Spitze oder in nordexponierten Schluchten anzutreffen ist.

Loch Ness ist ca. 37 km lang und hinter Loch Lomond der zweitgrößte See Schottlands, berühmt geworden durch das legendäre Loch Ness Monster, besser als Nessie bekannt. Es wurde 1880 erstmals gesichtet und soll die Form einer Seeschlange haben. Regional ist der Mythos zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden, da der See heute eines der Hauptziele für den Tourismus in Schottland ist. Während der Sommerzeit, wenn es sonst nicht viel zu berichten gibt, tritt das Ungeheuer regelmäßig in den Schlagzeilen der Presse auf. Diese Berichte werden teilweise von Bildern unterstützt, die aalähnliche Formen zeigen oder ein großes Tier mit langem Hals und teilweise gefälscht oder undeutlich aufgenommen waren. Einer der bekanntesten ‚Nessie-Hoaxer' war Frank Searle, ein ehemaliger Soldat, der sich ab 1969 intensiv mit der Suche nach Nessie beschäftigte. In späteren Jahren betrieb er bei Lower Foyers ein Hausboot und eine "Monster-Exhibition" und heuerte verschiedene junge Damen als ‚Assistant Monster Huntresses' an.
Die größte Tiefe des Sees beträgt 230 m. Geologisch gehört es zur ‚Great Glen Geologic Fault', einer Grabenbruchzone, die von Inverness bis Fort William reicht. Der Kaledonische Kanal benutzt Loch Ness, Loch Oich und Loch Lochy im Great Glen und verbindet das Meer auf beiden Seiten. Er wurde 1847 eröffnet und bot für Segelboote eine alternative Passage zwischen Nordsee und Irischer See. Dieser 60,5 Meilen lange Wasserweg war ein Wunderwerk seiner Zeit, entworfen vom Ingenieur Thomas Telford. Der Bau begann 1803 und dauerte 44 Jahre mit 44 Staustufen, die heute noch alle in Betrieb sind.
In der Nähe von Drumnadrochit, einem beliebten Touristenort, liegt Urquhart Castle am Loch Ness auf einer Landzunge, einer der am meisten besuchten Stätten, die ‚Historic Scotland' gehört. Hier soll auch Nessie am häufigsten gesehen worden sein. Die früheste Geschichte des Castle begann wahrscheinlich im 6. Jh. mit St. Columba, obwohl es erst seit den frühen 1200er besteht. 1509 gehörte es den Chiefs of Grant und wurde1692 von ihnen zerstört, um zu verhindern, dass es eine jakobitische Festung wurde.

Inverness wird als ‚Capital of the Highlands of Scotland' beworben und liegt an der Stelle, wo der River Ness in den Noray Firth mündet. Ganz in der Nähe fand 1746 die ‚Battle of Culloden' statt, die alle Hoffnung der Jakobiten zunichte machte, das House of Stuart wieder auf den britischen Thron zu bringen.
Die A 96, die nach Inverness führt, wird auch Whisky Trail genannt, weil hier viele bekannte schottische Whiskyhersteller ihre Produktionsstätten haben. Whisky war ein Abfallprodukt schottischer Sparsamkeit: um ihren Überschuss an Gerste nicht verderben zu lassen, zerkleinerten sie diese, ließen sie gären, destillierten sie und erzeugten damit ein Getränk, dass sie zuerst ‚Uisge Beatha', der gälische Name für ‚Wasser des Lebens,' nannten. Woher sie das Destillieren kannten, weiß man nicht genau, aber einer Legende zufolge könnte es im 5. Jh. von Irland gekommen sein, wo St. Patrick dies lehrte. Voraussetzungen für die Unverwechselbarkeit des schottischen Whiskies sind die reine Luft und das kalte Klima, das weiche Wasser, saubere Gerste und duftender Torf. Deshalb findet man die Destillerien häufig in engen Tälern und entlegenen Landesteilen nahe einem Gebirgsbach, da zur Produktion von Whisky große Wassermengen benötigt werden.
In der Glenfiddich Destillery in Dufftown wird von William Grant & Sons ein ‚Speyside Single Malt Scotch Whisky' destilliert. Nach einer Absatzkrise in den 1960er und 1970er Jahren erweiterte die Destillerie ihr Getränkeangebot und startete Werbekampagnen, richtete ein Besuchszentrum ein und füllte ihren Scotch ab 1957 in die typische dreieckige Flasche ab. Ihr Marketingstrategie war erfolgreich und ‚Glenfiddich' ist nun der beste ‚Single Malt'-Hersteller auf der Welt. Als Wasser werden die ‚Robbie Dhu Springs' genommen und der Whisky reift in Eichenfässern wie z.B. Rumfässern aus Kuba (‚Gran Reserva'), Bourbon Whiskey-Fässern aus America (‚Ancient Reserve'), oder Sherry-Fässern aus Spanien. Die Whiskies sind 12, 15, 18, 21 und 30 Jahre alt.

Aberdeen wird auch ‚Granite City' oder ‚Silver City with the Golden Sands' genannt. Seit Entdeckung des Öls in den 1970er Jahren kamen noch die Attribute ‚Oil Capital of Europe oder Energy Capital of Europe' hinzu.
An dieser Stelle gab es seit mehr als 8.000 Jahren Siedlungen. 1319 empfing Aberdeen ‚Royal Burgh Status' von Robert the Bruce. Die Universität von Aberdeen, 1495 gegründet, und die neuere Robert Gordon Universität machen Aberdeen zum Bildungszentrum des Nordostens. Die traditionellen Industrien wie Fischfang, Papierherstellung, Schiffbau und Textilien wurden überholt von der Ölindustrie und Aberdeens Seehafen, dem größten im Nordosten. Über 300 Jahre wurde grauer Granit im Rubislaw Quarry abgebaut und u.a. für die Houses of Parliament and Waterloo Bridge in London verwendet. Der Abbau wurde 1971 aufgegeben. Mit der Entdeckung bedeutender Ölquellen in der Nordsee im späten 20. Jh. wurde Aberdeen das Zentrum von Europas Petroleumindustrie. Die Stadt hat den zweitgrößten Heliport auf der Welt und ist ein wichtiger Versorgungshafen für die Bohrinseln in der Nordsee.

Das als ‚Royal Deeside' bekannte Dee Valley beginnt in Stonehaven. Balmoral Castle wurde von Prinz Albert, dem Prinzgemahl von Queen Victoria, gekauft und bleibt der bevorzugte königliche Sommersitz der königlichen Familie. ‚Balmoral Estate' ist heute mehr als 260 qkm gross und hat ein Stammpersonal von 50 Voll- und 50 - 100 Teilzeitkräften. Als königliche Residenz geht es auf 1848 zurück, als Queen Victoria und Prince Albert es mieteten. Da sie das Haus sehr liebten, kauften sie es 1852 für £30,000. Albert ging sofort an Ausbaupläne für das Castle aus dem 15. Jh., die 1856 fertig waren und 100 Gebäude um das Castle umfassten. Das Castle allein wird heute auf £ 160 Mio geschätzt und ist privater Besitz der Königsfamilie. Als Edward VIII. als König abdankte, musste Georg VI. daher Balmoral und Sandringham seinem älteren Bruder abkaufen. Balmoral liegt innerhalb des Cairngorms Nationalpark (2003), GBs größtem Nationalpark mit "moorlands, forests, rivers, lochs and glens". Am Oberlauf des Dee in 339 m Höhe gelegenen ist Braemar, das durch seine alljährlichen ‚Highland Games' am ersten Samstag im September bekannt geworden ist, das traditionell von der Königsfamilie besucht wird. Durch den ‚Act of Proscription' von 1746 wurden zwar alle Versammlungen der Clans verboten, aber nach seiner Aufhebung 1782 "the old enthusiasms for such events returned." 1826 wurde die ‚Braemar Highland Society' geschaffen und die ersten ‚Modern-Day Games' fanden 1832 statt. Seit Königin Victorias Zeit ist der herrschende Monarch der Patron der ‚Braemar Royal Highland Society'.

Stonehaven lebte jahrhunderlang vom Heringsfang und ist heute noch bekannt für seine ‚Hogmanay Festivities' in der High Street. Außerdem finden jeden Juli die ‚Highland Games' statt, zünftig mit ‚the Hammer, the Heavy Stone and Tossing the Caber' in vollem Highland Dress. Und noch etwas gibt es zu erwähnen: Die Hafen Fish Bar ist Heimat der ‚Deep-fried Mars Bar', einer ‚Spezialität', ein fittierter Mars-Riegel, die jetzt mit Schottland assoziiert wird.

Südlich von Stonehaven liegt Dunnottar Castle dramatisch auf einer Klippe 50 m über dem Meer und die Kulisse für den Film Hamlet mit Mel Gibson abgab. Wegen seiner einzigartigen Lage ist es häufig auf Fremdenverkehrsprospekten von Schottland abgebildet. Die heute noch bestehenden Gebäude stammen aus dem 15. und 16. Jh. Während der schottischen Unabhängigkeitskriege waren hier die schottischen Kronjuwelen versteckt. Die Lage wurde von dem Pikten Saint Ninian als Rückzugsort ausgewählt. Das Castle spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte Schottlands vom Mittelalter bis zur Aufklärung, da man von hier den Schiffsverkehr nach Norden kontrollieren konnte. Zugang zu dem Castle, das in der Form eines L angelegt ist, erfolgt nur über eine schmale Landverbindung und einen steilen Pfad, der zu einem massiven Gatehouse führt. 1650 brannte Oliver Cromwell das Castle nieder, um nach einer achtmonatigen Belagerung an die Kronjuwelen zu kommen. Das gelang ihm jedoch nicht, da einige Frauen sie auf einem Boot zu einer kleinen Kirche in der Nähe des Ortes Kinneff brachten, wo sie elf Jahre unentdeckt lagen.

Dundee, die viertgrößte Stadt Schottlands liegt am Firth of Tay. Die Geschichte der Stadt geht zurück auf die Pikten der Eisenzeit. Im Mittelalter wurde es ein wichtiger Exporthafen für Wolle. Später trat das Weben von importierter Jute an ihre Stelle. Von großer Bedeutung wurden die Marmeladenherstellung und der Journalismus und brachten Dundee den Beinamen als Stadt mit "jam, jute and journalism" ein. Heute wird die Stadt als ‚City of Discovery' vermarktet, was sich sowohl auf die ‚Discovery' des Arktisforschers Scott bezieht, die hier gebaut wurde und die im Hafen liegt als auch auf biomedizinische und technische Industrien, die sich hier angesiedelt haben.
Südlich von Dundee liegt St. Andrews, die "Heimat des Golf." Der 1754 gegründete "Royal and Ancient Golf Club" - einer der ersten Golfclubs überhaupt - ist die gesetzgebende Autorität für Golf weltweit. Auf den "St Andrews Links" finden alle 5 Jahre im Juli die "Open Campionships" statt. Die Golplätze gelten als die Besten der Welt und so ist der Golftourismus mittlerweile eine der Haupteinnahmequellen der Stadt.


Die Äußeren Hebriden


(1) Karte der Äußeren Hebriden, (2) "Inselbegleiter" Caledonian McBrayne, (3) Barra Airport,
(4) Puffins, "Orb"-Zeichen für Harris-Tweed, (6) Schafe - Hauptbewohner der Inseln, (7) Causeway von South nach North Uist, (8) Arnoll Blackhouse, (9) Erbe der Clearances - verlassene Häuser,
(10) Flora McDonald's Home, (11) Gälische Straßenschilder, (12) Butt of Lewis Lighthouse,
(13) Peats

 

Die Äußeren Hebriden (engl. ‚Outer Hebrides' bzw. ‚Western Isles', gälisch ‚Na h-Innse Gall', ‚Die Insel der Fremden' oder ‚Na h-Eileanan Siar') sind eine zu den Hebriden gehörende Inselkette an der Westküste von Schottland. Sie liegen 64 km westlich des Festlandes und verlaufen in einem Bogen vom Butt of Lewis im Norden bis hin zu Barra Head im Süden. Die gesamte Inselkette ist 208 km lang. Zu den Äußeren Hebriden gehören folgende bewohnte Inseln (von Norden nach Süden): Lewis und Harris (eigentlich eine einzige Insel) - Great Bernera - Scalpay - Inselgruppe Uist (gälisch: Uibhist) - Berneray - North Uist - Clachan na Luib - Grimsay - Benbecula - South Uist - Eriskay - Barra - Vatersay.
Die Menschen auf den Western Isles leben hauptsächlich vom Fisch- und Krabbenfang und als Kleinpächter (‚Crofters') und Schafzüchter. Die riesigen Torfmoore von Lewis werden von den Inselbewohnern für den Eigenbedarf an Brennstoff abgebaut. Torf wird von Heidekraut gereinigt, dann gestochen und zum Trocknen ausgelegt. Ein guter "Stecher" schafft 1000 Peats pro Tag. Dann werden die Soden zum ‚Croft' gefahren und häufig kunstvoll aufgestapelt, um die Häuser zusätzlich zu schützen. Ein Croft verbrennt pro Jahr ca. 15.000 - 18.000 Peats.
Untereinander sprechen die Inselbewohner Gälisch, auch Orts- und Straßenschilder sind teilweise auf Gälisch, gälische Lieder werden bei den sog. ‚Ceilidhs' angestimmt, spontane Treffen zum Singen und Story-Telling.

Barra hat 1.078 Einwohner (2001), meist römisch-katholischen Glaubens und ist 35 Quadratmeilen groß. Der Hauptort ist Castlebay, Fährhafen für die Verbindung mit Oban und dem schottischen Festland. Barra ist über einen künstlichen Damm mit der benachbarten Insel Vatersay verbunden (‚Eilean Bhatarsaigh'), der südlichsten bewohnten Insel der Hebriden. Der Westen der Insel hat weiße Strände und ‚Machair', eine fruchtbare niedrige Küstenebene mit Sand und Muscheln. Im Osten findet man zahlreiche felsige Einbuchtungen. Barra hat eine abwechslungsreiche Landschaft und seltene Fauna und Flora. Kisimul Castle ist Castlebay auf einer kleinen Insel vorgelagert.
Barras winziger Flughafen nahe Northbay ist insofern einzigartig auf der Welt, als dass ‚An Tràigh Mhòr' (Englisch: ‚The Big Beach') die Landebahn ist. Flugzeuge können nur bei Ebbe starten oder landen, was heißt, dass der Flugplan sich ständig ändert. Die Flugzeuge sind de Havilland Canada DHC-6 Twin Otter-Flugzeuge. Am Strand findet man zu landefreien Tageszeiten Herzmuscheln.

South Uist (‚Uibhist-a-Deas') misst ungefähr 35 mal 11 km und hat 1.818 Einwohner (2001), ist zu 90% römisch-katholisch, besitzt ein Naturschutzgebiet und ist die einzige Stelle Großbritanniens, wo prähistorische Mumien gefunden wurden. 2006 fand hier und auf den benachbarten Inseln Benbecula und Eriskay der bisher größte Landverkauf in Schottland statt. Die vorigen Eigentümer, ein Sportsyndikat, verkauften 372 qkm Land für £ 4,5 Mio and eine ‚Community Company' (‚Stòras Uibhist') wurde gegründet, um das Land zu kaufen und es zu bewirtschaften. Der Name ‚Stòras Uibhist' symbolisiert die Hoffnung für den zukünftigen Wohlstand der Inseln. Damit kamen der größte Teil von South Uist, Benbecula und ganz Eriskay unter Gemeindekontrolle. Der Westen der Insel hat einen Sandstrand, an den sich Machair anschließt, die Ostküste ist gebirgig mit Beinn Mhòr, 620 m und Hecla, 606 m.
Der Hauptort ist Lochboisdale (‚Loch Baghasdail') mit Fährverkehr nach Oban und Castlebay. Die Insel ist mit Eriskay und Benbecula über Dämme verbunden. Tourismus ist wichtig für die Wirtschaft. Es gibt das Kildonan Museum mit dem Clanranald Stone aus dem 16. Jahrhundert und die Ruinen des Hauses, in dem Flora MacDonald geboren wurde, eine als Heldin verehrte Jakobitin, die Bonnie Prince Charlie nach dessen Niederlage in der Schlacht von Culloden, als ihre Magd verkleidet, von hier zur Flucht nach Port Kilbride auf Skye verhalf. Die Geschichte lebt weiter im Sky Boat Song ("...Speed, bonnie boat, like a bird on the wing, Onward! the sailors cry; Carry the lad that's born to be King Over the sea to Skye...")
Loch Druidibeg im Norden ist ein Naturreservat im Besitz von ‚Scottish Natural Heritage' mit 1.677 ha Machair, Moor, Süßwasserlochs, Mündungsheide und Hügeln mit über 200 verschiedenartigen seltenen Pflanzen. Im Nordwesten der Insel wurde von 1957-58 eine Raketenerprobungsstation für Großbritanniens und Amerikas erste gelenkte Atomwaffe erstellt. Sie wurde trotz erheblicher Proteste gebaut, aber die britische Regierung sprach von einem 'overriding national interest' für die ‚Corporal' genannte Waffe.

Benbecula (‚Beinn Bheag a' bh-Faodha' = 'the 'little mountain of the ford' oder 'Beinn a Bhuachaille' = 'herdsman's mountain'), mit 1.249 meist römisch-katholischen Einwohnern, liegt zwischen North Uist und South Uist und ist mit ihnen durch einen mit Granitblöcken gesicherten Dammverbunden. Benbecula Airport bietet tägliche Flüge nach Glasgow, Stornoway and Barra. Die Hauptsiedlung ist Balivanich (Schottish-Gälisch für ‚Baile a'Mhanaich', d.h. ‚Town of the Monk') im Nordwesten, Hauptverwaltungszentrum der drei Inseln und Verwaltungszentrum für die Tiefseeartillerie-Base für South Uist. Die Westküste der Insel wird bewirtschaftet, aber die Ostküste besteht aus Süßwasserlochs, Mooren, Sümpfen und tief ins Land reichende Lochs. In Lionacleit ist die größte weiterführende Schule von Uist, die gleichzeitig das Schwimmbad, Cafeteria, Sportstätten, ein kleines Museum und eine Bücherei für die Gemeinde darstellt.

North Uist ist mit 305,6 qkm die neuntgrößte der schottischen Inseln und über einen Damm mit Benbecula verbunden. Sie hat 1.271 Einwohner (2001). Die Insel ist flach, mit Torfmooren, niedrigen Hügeln und Lochs, mehr als die Hälfte von Wasser bedeckt. Der Hauptort ist Lochmaddy, ein Fischereihafen. Taigh Chearsabhagh hat ein Museum, ein Kunstzentrum und eine ‚Camera Obscura', daneben gibt es noch einige kleine Dörfchen. Auf der Insel finden sich auch prähistorische Spuren. Die Insel ist berühmt für ihre Vogelwelt.
North Uist war besonders hart von den ‚Highland Clearances' betroffen. Mit dem Begriff bezeichnet man die Vertreibung der ansässigen Bevölkerung im schottischen Hochland zugunsten der flächendeckenden Einführung der Schafzucht. Das vordringlichste Motiv der Gutsherren war es, den Ertrag ihrer Ländereien zu steigern. Die Clearances werden als eine der schlimmsten Episoden in der Geschichte Schottlands betrachtet. Zehntausende von Familien, die ihr Land über Generationen genutzt hatten, wurden von skrupellosen Landbesitzern vertrieben und buchstäblich ans andere Ende der Welt gejagt. Eine große Auswanderungswelle führte sie ans Kap Breton in Kanada. In vielen Fällen wurden Häuser der Highlander angezündet und ganze Täler wurden entvölkert. Vor den Clearances hatte Uist fast 5.000 Einwohner, deren Zahl 1841 auf 3.870 und heute auf ungefähr 1.300 gefallen ist.
Der Hauptgrund für die Auswanderungswelle war der Niedergang der Seetangindustrie, die seit der französischen Revolutionskriege die Haupteinnahmequelle bildete. Dadurch konnten die Kleinpächter die hohe Pacht nicht mehr bezahlen, auch als sie um 20% reduziert wurden. Zuerst betraf es die Dörfchen Kyles Berneray, Baile Mhic Phail und Baile mhic Conon im äußersten Nordosten, die ausgelöscht wurden. Die Stuerverzeichnis von 1827 verzeichnet, dass mehr als 50 Familien nach Amerika ausgewandert waren. 1838 wurden 1.300 Bewohner von North Uist vertrieben, aber als die 603 Einwohner von Sollas von Lord Macdonald vertrieben werden sollten, gab es Aufstände. Zum Ende der Räumungen war das schottische Clanwesen zerstört und die gälische Sprache in Schottland weitgehend ausgestorben Die betroffenen Kleinbauern und Pächter wurden, soweit sie die Vertreibung überlebten, in die kargen Küstenregionen Schottlands, die aufstrebenden britischen Industriestädte oder nach Nordamerika umgesiedelt. In manchen Regionen lebt auch heute noch nur ein Zehntel der ursprünglichen Bevölkerung.


Berneray (‚Beàrnaraidh') ist eine von zwei bewohnten Inseln im Sund von Harris. Die Insel ist ungefähr 10 qkm groß und war wahrscheinlich schon vor der Bronzezeit besiedelt. Die Insel hat viele alte heilige Stätten, Steinkreise, Spuren der Besiedlung der Wikinger und jahrhundertalte historische Gebäude. Nach einer Bevölkerungsabnahme im 19. und
20. Jahrhundert nimmt in jüngster Zeit die Bevölkerung wieder zu. Die Insel besteht aus Sandbuchten und Sanddünen. Haupterwerbszweige sind Fischfang, Crofting, Medien / IT und Tourismus. Den Machair der Küstenebene benutzt man mit Viehdung vermischt als natürlichen Dünger, der mit der Zeit das Land stabilisiert hat. Machair wird in Rotation zwischen Anbau und Brache umgepflügt. Daneben gibt es auch hier die bereits von den anderen Inseln bekannte Pflanzen- und Tierwelt. Die größte Veränderung gab es 1999, als der 900 m lange Damm zwischen Berneray und Otternish auf North Uist eröffnet wurde, der mit Durchlässen für Ottern und Fische versehen wurde. Der Damm wurde am 8. April 1999 durch Prinz Charles eröffnet, der bereits vorher verraten hatte, dass er seit 1987 regelmäßiger Besucher der Insel ist.



Die Fähre von Otternish nach Leverburgh auf Harris bringt den Besucher in 70 Minuten über den Sound of Harris. Harris (Süden) bildet zusammen mit Lewis (Norden) eine Insel, die an der Westküste herrlich weiße Sandstrände hat. Lewis wird poetisch auch ‚Eilean an Fhraoich', (‚The Heather Isle') genannt. Harris hat ca. 3.600 Einwohner. Der höchste Berg der Äußeren Hebriden, der Clisham mit 799m, liegt im dünnbesiedelten Norden von Harris. Westlich vor Süd-Harris liegt Taransay, wo die BBC Television Serie Castaway 2000 gedreht wurde.
Da Lewis flacher und fruchtbarer ist, leben hier Dreiviertel der Bevölkerung der Western Isles (ca. 18.500 Einwohner) und Stornoway ist die einzige Stadt. Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung wurden in Moorproben gefunden, die daraufhin deuten, dass vor ca. 8.000 Jahren die Wälder abgebrannt wurden, um Weideflächen für Rehe zu schaffen. Vor ca. 5.000 Jahren ließen sich Leute in festen Bauernhäuser nieder, Spuren dieser Häuser wurden besonders in Dail Mhor und Carloway in Lewis gefunden. Die größen Monumente dieser Zeit sind die Grabsteinhügel wie z.B. in Calanais. Traditionelle Industrien sind Crofting (als Subsistenzwirtschaft), Fischerei und Weberei, die aber ständig weiter abnehmen.
Harris ist wegen seines Harris Tweed bekannt, der heute fast ausschließlich in Lewis als ‚Cottage Industry' hergestellt wird. Viele Arbeiter stellen in ihren Häusern, meist in Teilzeit, einzelne Teile der Kleidungsstücke her, die später zusammengefügt werden. Jedes Stück Tuch wird mit dem offiziellen ‚Orb' - Symbol gestempelt (eine Erdkugel mit einem Kreuz gekrönt, das die Herrschaft von Christus über die Welt symbolisiert), gesetzlich geschützt durch die ‚Harris Tweed Association' von 1909, heute definiert als "hand woven by the islanders at their homes in the Outer Hebrides, finished and made from pure virgin wool dyed and spun in the Outer Hebrides." Das Bleichen in Bottichen und Maschinenweberei haben die Handarbeit ersetzt. Das Weben geschieht nach wie vor zu Hause unter der Aufsicht der Harris Tweed Authority, die durch ein Gesetz von 1993 eingerichtet wurde.
Die Hauptfischereiflotte in Stornoway ist geschrumpft, aber kleinere Fischereiboote betreiben immer noch ‚Creel Fishing', Fischfang mit Korb und Köder. Fischfarmen gibt es in vielen Sea Lochs und zusammen mit der weiteren Verarbeitung und dem Transport stellen sie den größten Arbeitgeber der Insel dar. Auf den nördlichen, protestantisch geprägten Inseln wird "Sabbat" gefeiert und sämtliches öffentliches Leben kommt zum Erliegen, es verkehren auch keine Fähren von und zu den Inseln. Die Insel wird häufig als letztes Bollwerk des Calvinismus beschrieben - and they mean it! Es bleibt einem nur eines übrig - ebenfalls in die Kirche zu gehen - und dazu gibt es genug Gelegenheit.
Die Halbinsel Point (‚An Rubha') ist über eine Landenge mit Lewis verbunden, wo 2.600 Menschen wohnen und dessen Bevölkerung weiter zunimmt. Am Ostende liegen die Ruinen Eye Church, dessen Gebäude einst St. Columba gewidmet war. Hier sind 19 der Chiefs der MacLeods von Lewis begraben. Der nördlichste Punkt von Lewis ist der Butt of Lewis mit einem heute leerstehenden Leuchtturm von 1860.

Arnol ist ein kleines Dorf mit den typischen Häusern der Westseite von Lewis. Heute wohnen hier nurmehr 100 Einwohner, aber einst gab es hier 40 Crofts. Es gibt das ‚Blackhouse Museum', das bis 1960 bewohnt und in seinem Zustand erhalten wurde. Das typische ‚Black House' hat eine Reihe miteinander verbundener Zellen mit einem typischen, zentralen Wohnbereich und Kuhstall mit einem Windfang und Scheunen auf beiden Seiten. Die jüngeren Häuser haben eine Steinmauer zwischen Wohnbereich und Kuhstall.


Die Insel Bernaraigh ist seit 1953 mit Lewis durch eine Brücke verbunden. Es ist eine felsige Insel und derzeit im Besitz des extravaganten Comte Robin de la Lanne Mirlees, der Ian Fleming zu James Bond inspiriert hat. Die Insel hat eine wichtige Rolle in der Geschichte von Lewis gespielt, besonders im ‚Bernera Riot' von 1874. Damals widersetzten sich die Crofter dem Ausweisungsbefehl von Sir James Matheson und als drei Männer verhaftet wurden, marschierten andere zum Haus des ‚Laird' in Stornoway und forderten Einlass. Der Laird schob dem Kommissionär Donald Munro die Schuld zu und die Crofter wurden freigesprochen. Ein Grenzstein erinnert an den Aufstand.
Höhepunkt eines Besuches von Lewis sind zweifelos die Callanish Stones. Ihre Entstehung geht zurück auf die Zeit zwischen 2.600 - 2.900 v. Chr. Die ersten 13 Steine bilden einen Kreis mit einem Durchmesser von 13 m. Im Norden wurden längere Steine, auf den anderen Seiten kürzere verwendet. Die Anlage ähnelt so einem verzerrten keltischen Kreuz. Alle Steine sind aus Lewis-Gneis. Der größte Stein markiert den Eingang zu einer Grabkammer, in der menschliche Überreste gefunden wurden. Es wurde spekuliert, dass die Steine in der Form eines Kalenders angelegt wurden, die nach dem Mond ausgerichtet waren. Laut einer Legende sollen Riesen, die auf der Insel lebten, sich geweigert haben, sich von St. Kieran zum Christentum zu bekehren und wurden zur Strafe in Steine verwandelt.

Tarbert ist der größte Ort von Harris und Übersetzhafen nach Uig auf der Isle of Skye, der größten Insel der Inneren Hebriden. Die Überfahrt dauert 1 ¼ Stunden. Die Insel ist seit dem Mesolithikum besiedelt und hatte eine wechselvolle Geschichte, einschließlich norwegischer Herrschaft und einer langen Herrscherzeit der Clans der Leods und Donalds. Hauptwirtschaftszweige sind heute Tourismus, Landwirtschaft, Fischerei und Whiskyherstellung. Die größte Siedlung ist Portree und bekannt für seinen malerischen Hafen. Die Insel ist berühmt für ihre spektakuläre Szenerie, ihre Kultur und ihr reiches Tierleben. Sie ist seit 1995 mit dem Festland durch eine privat finanzierte Brücke verbunden. Der hohe Brückenzoll von £ 5.70, der von Besuchern sowohl für die Hin- wie für die Rückfahrt erhoben wurde, stieß auf jedoch auf starken Widerstand. Am 21. Dezember 2004 wurde verkündet, dass die schottische Regierung die Brücke gekauft und den Brückenzoll abgeschafft hat.

Sunset over Callinish Standis Stones