"Wales, he said, "was just a rainy backwater with two many sheep and too few vowels" (Susan Fletcher in Eve Green)
| Norden: Chester - Llangollen - Llanduddno -
Llanfair - Caernarfon - Aberystwyth - Forest of Dean - Tintern Abbey; Süden: Severn Bridge - Laugharne - Cardiff - Pembroke - St. Govan's Point - Brecon Beacons - Aberfan - The Weir - Hay-on-Wye |
Wales, eines der vier verfassungsmäßigen Länder des VK, hat seine Identität durch die walisische Sprache, alte walisische Festivals und eine literarische Tradition, die sich nach Abzug der Römer im 5. Jahrhundert entwickelte. Ab dem späten 18. Jahrhundert wurden einige Teile von Wales stark industrialisiert und große Mengen von Kohle und Stahl exportiert. Erst in jüngster Zeit spielen Tourismus und Dienstleisungen eine größere Rolle. Zwei Drittel der Bevölkerung leben in und um die Hauptstadt Cardiff, außerdem gibt es noch im Nordosten eine Bevölkerungskonzentration. Die Mitte, der Nordwesten und Südwesten sind weitgehend ländliche Gebirgsländer. Seit 1955 ist Cardiff anerkannte Hauptstadt. Offas Dyke, unter King Offa von Mercia erbaut, bleibt die Grenze zwischen England und Wales. Der formale Anschluß an GB erfolgte 1536.
Im 20. Jahrhundert erstarkte der Nationalismus und die politische Plaid Cymru' forderte die Unabhängigkeit, es gab sogar einzelne Bombenanschläge in den 1960er Jahren, aber ein Referendum von 1979 zur Errichtung einer Assembly' endete mit einem Nein'. Nach einer erneuten Abstimmung 1997 erhielt Wales 1999 im Rahmen der Politik der Devolution von Premierminister Tony Blair die National Assembly for Wales' (Cynulliad Cenedlaethol Cymru') mit dem Recht, Gesetze zu verändern.
Der größteTeil von Wales ist gebirgig, die Berge wurden eiszeitlich überformt. Der höchste Berg mit 1085 m ist der Snowdon, die Brecon Beacons im Süden erreichen 886 m. Zwei bekannte Geologen Roderick Murchison and Adam Sedgwick untersuchten die walisischen Gesteine und nannten die zwei Perioden des Erdaltertums (Paläozoikums), Ordovizium und Silur, nach alten keltischen Stämmen aus der Gegend. Wales hat drei Nationalparks: Snowdonia, Brecon Beacons and Pembrokeshire Küste.
Englisch und Walisisch sind die offiziellen Sprachen in Wales. Im Süden und Osten wird fast ausschließlich Englisch gesprochen, aber im Norden und Westen gibt es einige Regionen, wo nur walisisch gesprochen wird und Englisch als zweite Sprache gelernt wird. Nach dem Census von 2001 sprechen 21,7% walisisch. Alle Straßenschilder sind in beiden Sprachen. Wales wird oft als Land of Song' bezeichnet und ist besonders für Harfenspielen, männliche Chöre und Solokünstler wie Tom Jones und Shirley Bassey bekannt. Das Hauptliteratur- und Musikfestival ist das National Eisteddfod', das jedes Jahr in einer anderen Stadt abgehalten wird.
(1) Snowdon, (2) Bahnhof von Llanfair PG, (3) Caenarfon Castle, (4) Llanberis Pass
Chester liegt genau an der Grenze zu Wales, deshalb wird es unter diesem Kapitel mitbehandelt. Die Stadt mit ca. 80.000 Einwohnern liegt am Fluß Dee und ist von einer mittelalterlichen Stadtmauer umgeben, die zu den besterhaltenen des UK zählt. Ursprünge der Stadt gehen auf ein römisches Fort aus dem Jahr 79 n. Chr. zurück. Die Stadt ist im Zentrum sehr überschaubar, alle interessanten Punkte sind auf einem Quadratkilometer vereint. Das Einkaufszentrum ist einzigartig mit seinen Rows' oder Gallerien (zwei Stockwerke von Geschäften), die aus dem Mittelalter stammen. Neben Filialgeschäften gibt es einen großen Markt, das Warenhaus Browns of Chester, das jetzt zu Debenhams gehört und als die Einkaufscenter The Grosvenor Mall' und The Forum', eine Erinnerung an die römische Vergangenheit. Viele Häuser stammen aus dem 19. Jahrhundert und sind nach dem Vorbild der jakobinischen Fachwerkhäuser des Mittelalters von John Douglas gebaut, dem Hauptarchitekten des Duke of Westminster, einem der reichsten Grundbesitzer Englands, dem auch im Norden Englands viel Land gehört. Sein Markenzeichen sind die gedrehten Kamine, die vielfach die Dächer in Chester schmücken. Die historischen Häuser der Innenstadt werden seit 1969 in der City Conservation Area' geschützt. Ausgrabungen des größten unbedachten Amphitheaters im UK sind ein größeres archäologisches Projekt in Zusammenarbeit mit English Heritage' und Chester City Council'.
Im Jahr 2007 legte der City Council einen Entwicklungsplan (Chester als eine must see European destination') vor, der als Chester Renaissance' bezeichnet wird, und Investitionen von £ 1,3 Mia vorsieht. Die Haupterwerbszweige der Stadt sind Dienstleistungen, Finanzdienstleistungen, Einzelhandel und Tourismus.
Llangollen leitet seinen Namen von Saint Collen ab, einem Mönch des 7. Jahrhunderts, der hier - so typically Welsh - mit einem Coracle' angekommen sein soll, einem dieser kleinen, leichten Boote, die mit einer Tierhaut überzogen sind. Hier findet seit 1947 jedes Jahr in der zweiten Juliwoche das International Eisteddfod', ein Musik- und Tanzfestival statt. Mehr als 5.000 Sänger, Tänzer und Instrumentalisten aus 50 Ländern nehmen in 20 Wettbewerben von hohem Anspruch teil.
Die besten davon treten vor bis zu 50.000 Zuschauern fünf Tage in Konzerten mit Professionals auf, unter denen Luciano Pavarotti, der Chor der Roten Armee, José Carreras, Joan Baez, James Galway und Montserrat Caballé waren. Der Ursprung des Festivals geht auf einen Beamten des British Council zurück, der einen Besuch für Mitglieder von Exilregierungen für das Welsh National Eisteddfod' in Bangor, Gwynedd organsierte. Die Exkursion kam gut an und Tudor schlug Ende 1945 vor, dieses beizubehalten und es entwickelte sich ein internationales Festival.
Dem Touristen bieten sich die Naturschönheiten des wunderschönen grünen Tal von Langollen, der idyllische Fluß Dee, Fahrten mit einer Dampfeisenbahn oder Ausflugsfahrten auf dem Llangollen-Kanal mit Narrowboats', die von Pferden gezogen werden. Der Kanal war früher der mittlere Teil des Ellesmere Kanal, der später Teil des Shropshire Union Canal' wurde. Als solche Fahrten auf dem Kanal immer populärer wurden, wurde er in Llangollen Canal umbenannt, um mehr Besucher anzuziehen.
Llanduddno ist das größte Seebad von Wales und seit 1864 als Queen of the Welsh Resorts' bekannt. Es liegt auf einer Halbinsel zwischen den beiden Bergkuppen Great Orme (207 m) und Little Orme (141 m). Llandudno hat eine Pier mit Läden und Vergnügungs-Lokalen, die 1878 gebaut wurde und mit 572 Metern die längste in Wales ist. Auf der West Shore' steht eine Statue von Lewis Carroll, die daran erinnert, dass der Autor von Alice in Wonderland hier mit den Liddells einen Urlaub verbrachte. Sie waren die Eltern von Alice, dem Mädchen, für das Carroll seine berühmte Geschichte schrieb. Die Great Orme-Landzunge ist ein Naturreservat aus Limestone, 3,2 km lang und 1,6 km breit. Sie steht unter Naturschutz und wird zur Hälfte landwirtschaftlich genutzt, meist als Schafsweide. Es gibt eine reiche Flora einschließlich des Wilden Cotoneasters und viele Blumen haben sich aus alpinen, subarktischen Arten seit der letzten Eiszeit entwickelt. Hier sieht man auch seltene Schmetterlinge und Spinnen.
Conway bleibt wegen des wuchtigen Conwy Castle über den Fluss Conway unvergesslich. Es wurde im 13. Jh. für Edward I. begonnen und spielte eine Rolle in den Auseinandersetzungen des Mittelalters und des Bürgerkrieges. Die filigrane Schmiedearbeit der Brücke von Robert Stephenson über den Fluss steht in einem eindrucksvollen Gegensatz zu der Massivität des Castle. Man kann auf den 4,5 m dicken Mauern spazieren gehen, die in der Form einer walischen Harfe gebaut und 800 m lang sind.
Betws-y-coed (er spricht sich: betsi koid') in den dicht bewaldeten Hügeln des Gwydyr Forest wurde im frühen 19. Jh. von dem Maler David Cox populär gemacht. Der Name bedeutet Kapelle' - oder Heiligtum' - im Wald.' Der Ort entstand um ein Kloster im 6. Jh. Es ist ein hübscher kleiner Ort im Snowdonia National Park, der mit der Entdeckung einer Bleimine seinen Aufschwung nahm und heute hauptsächlich vom Tourismus als Ausgangspunkt für Wanderungen zu den Swallow Falls, den Conway Falls und dem Fairy Glen lebt.
Bangor hat selbst nur eine Bevölkerung von knapp 14.000 Einwohner, aber 10.000 Studenten an der Bangor Universität.Fast die Hälfte der Bevölkerung spricht walisisch. Die Entstehung der Stadt geht auf eine Klostergründung aus dem 6. Jh. zurück, was den Namen Bangor' als einem alten walischen Wort für "fenced-in enclosure" erklärt. Die Stadt liegt nahe der Menai Strait, die die Insel Anglesey von Gwynedd trennt. Die Meerenge wird von zwei Brücken überspannt, Thomas Telfords elegante Hängebrücke von 1826, die erste ihrer Art und Robert Stephensons Britannia Tubular Bridge' von 1850, die ursprünglich als Eisenbahnbrücke gebaut wurde.
![]()
Holyhead liegt auf Holy Island' und ist mit Anglesey über die Four Mile Bridge' und einen Knüppeldamm verbunden. Der geschäftige Hafen fertigt mehr als 2 Mio Passagiere pro Jahr für Stena Line und Irish Ferries ab. Es ist der Haupthafen für Waren nach Irland aus Zentral- und Nord-England und Wales. Archäologische Hinweise deuten daraufhin, dass seit über 4.000 Jahren eine Seeverbindung zwischen Holyhead und Irland stattgefunden hat. Bereits 2.000 v.Chr. wurden hier im Hafen große Mengen von Äxten aus Irland entladen und 500 Jahre später in Irland geschürftes Gold. Seit 2001 hat der vierspurige Ausbau der A 55 einen Anschluss an das englische Autobahnnetz gebracht. Vom Holyhead Mountain mit seinen steil abfallenden Cliffs kann man die Insel Man, das Cumberland-Gebirge, Snowdonia und Irland sehen.
Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch, - teilweise auch Llanfair Pwllgwyngyll' geschrieben - wurde wohl selbst von den Walisern als zu lang empfunden und deshalb zu Llanfair PG' gekürzt. Der Ort liegt auf der Insel Anglesey und ist vor allem durch seinen seltsamen Namen bekannt, mit dem man im frühen 19. Jahrhundert versuchte, Handel und Tourismus anzukurbeln. Es ist der längste im UK anerkannte Namen mit 58 Buchstaben und bedeutet auf englisch "St Mary's church in the hollow of the white hazel near to the rapid whirlpool and the church of St Tysilio of the red cave".
Das ursprüngliche Bahnhofsschild, einst Magnet für die vielen Fotografen aus aller Welt, hängt heute im Eisenbahnmuseum in Penrhyn Castle in der Nähe von Bangor. In den 1980er Jahren war der Ort ziemlich runtergekommen, vor allem der verlassene, mit Brettern vernagelte Bahnhof machte einen trostlosen Eindruck.
Zehn Jahre später bot sich ein völlig anderes Bild: ein adretter Bahnhof, der wieder von den Regional Railways' angefahren wird und daneben ein gut besuchter Factory Outlet. Im Ort sprechen 76% der Bevölkerung fließend walisisch, bei den 10 - 14 Jährigen sogar 97%.Im äußersten Nordwesten liegt Caernarvon Castle direkt an der Menai Strait. Das Castle wurde von Edward I. of England erbaut und wird seitdem als Symbol der englischen Herrschaft gesehen. Die Tradition, dem Thronfolger hier den Titel Prince of Wales' zu verleihen, wurde 1301 begonnen, als King Edward I. von England nach der Eroberung von Wales den Titel an den Thronerben Prinz Edward weitergab. Einer Legende nach soll er den Walisern versprochen haben, einen Prinzen zu ernennen, der in Wales geboren wurde und kein Wort englisch sprach - und dann seinen Sohn präsentiert haben. Am 1. Juli 1969 wurde wieder eine Investitur in Caernarfon Castle abgehalten, bei der Charles unter Protesten und Drohungen von Nationalisten zum Prince of Wales gekrönt wurde.
Der kleine Ort Llanberis wuchs um eine Schiefergrube und ist heute Ausgangspunkt der 1896 eröffneten Snowdon Mountain Railway', einer Schmalspureisenbahn, die über eine Strecke von 7,5 km zum Gipfel des Snowdon, dem höchsten Berg von Wales, führt. Hier beginnt der leichteste Aufstieg zum Llanberis Pass, einem bei Bergsteigern beliebten Klettergebiet, das auch die Mitglieder der Mount Everest Expedition unter Edmund Hillary als Übungsgelände nutzten. Der 1.085 m hohe Snowdon im Snowdon National Park ist "probably the busiest mountain in Britain." Mit einem Niederschlag von mehr als 4.500 mm ist er einer der feuchtesten Punkte der Britischen Inseln. Der Berg wurde glazial überformt und besteht aus 7 Bergrücken mit Karen und Karseen. Auf dem Gipfel wird am Haltepunkt der Eisenbahn ein neues Besuchszentrum erstellt, für dessen Eingang der walisische Dichter Gwyn Thomas ein Couplet gedichtet hat: "Copa'r Wyddfa: yr ydych chwi yma, yn nes at y nefoedd." ('The summit of Snowdon: you are here, nearer to Heaven.').
![]()
Aberystwyth, eine historische Marktstadt in Cardigan Bay, ist das verwaltungsmäßige Zentrum der historischen Grafschaft Cardiganshire und heute ein größeres Zentrum von Bildungseinrichtungen in Wales. Der Ort hat zwar nur 12.000 Einwohner, aber neun Monate lang zusätzlich 7.500 Studenten an der Aberystwyth Universität. Im fast menschenleeren mittleren Teil von Wales liegen kleinere Kurorte wie Llandrindod Wells und Builth Wells in den Cambrian Mountains. In der Mitte des 18. Jh. führten die Heilkräfte der örtlichen Quellen zu einem kurzzeitigen wirtschaftlichen Boom beider Ortschaften.
(1) Südküste Pembrokeshire, (2) Dylan Thomas' Boathouse in Laugharne, (3) Grab von Dylan Thomas, (4) Tintern Abbey, (5) Aberfan Disaster Memorial, (6) Severn Bridge, (7-8) Hay-on-Wye Town of Books, (9) Welsh Coracle, (10) Wales / Cymru Flag
Tintern Abbey am Fluß Wye in Monmouthshire war die erste Zisterziensergründung in Wales. Die Abtei wurde von Walter de Clare, Lord of Chepstow, 1131 gegründet. Es ist eine der spektakulärsten Ruinen im Land und inspirierte William Wordsworth 1798 zu seinem Gedicht Tintern Abbey und J. M. W. Turner zu mehreren Bildern.
Mitte des 18. Jh. kam es in Mode, die 'wilder parts' des Landes zu besuchen, wobei besonders das Wye Tal als romantisch und pittoresk angesehen wurde und die von Efeu bedeckte Abtei wurde häufig von romantischen' Touristen besucht. Im 19. Jh. kamen Abteiruinen in den Blickwinkel von Gelehrten und archtektonische und archäologische Untersuchungen.
1901 wurde die Abtei vom Duke of Beaufort für £15,000 für die Krone gekauft und als Monument of National Importance' instandgesetzt. Tintern liegt im Forest of Dean, einem Mischwald von 110 qkm, einem der ältesten noch bestehenden Waldgebiete, das bis Gloucestershire in England hinüberreicht.
Über Monmouth oder Ross-on-Wye gelangt man zu dem Dorf Hay-on-Wye, einem kleinen Ort von 1.500 Einwohnern (Y Gelli' auf walisisch;engl. The Grove'), weltbekannt als erstes und bis heute größtes sogenanntes "Bücherdorf". Es gibt fast 40 Antiquariate, die Bibliophile aus aller Welt anziehen. Ganze Häuser sind vollgestopft mit Büchern, oft vom Dachboden bis zur letzten Kellerecke. Hay-on-Wye als Bücherdorf gibt es seit dem Jahr 1961, als der Buchhändler Richard Booth sein Antiquariat eröffnete und die Idee Bücherdorf' publik machte. Um mehr Publizität in den Medien zu erreichen, rief Richard Booth am 1. April 1977 Hay zum unabhängigen Königreich aus und ernannte sich selbst zum König. Diese Aktion hatte zwar keinerlei völkerrechtliche Bedeutung, machte jedoch auf den Ort aufmerksam. Bekannt geworden ist er aber durch das Hay Festival of Literature and Arts', ein literarisches Event, das im Mai/Juni stattfindet und seit 2002 von der Zeitung Guardian ausgerichtet wird. Einst von Peter Florence, britischem Schauspieler und Regisseur, 1988 geplant, wurde es 2001 von Bill Clinton als the Woodstock of the mind' bezeichnet. Mittlerweile gibt es auch Musikaufführungen, Filmvorschauen und auch ein Kinderfestival, Hay Fever'. Hier trifft sich "anyone who is someone" in den schönen Künsten, Heute findet das Festival in einem riesigen Zelt außerhalb von Hay statt. 2006 kamen 130.00 Besucher zu 392 Events.
Im Süden ist die Autobahn M 4 die Haupteinfallachse nach Wales über eine der Severn Bridges. Die erste Severnüberquerung ist eine Hängebrücke von 1597m Länge über den Fluß Severn und verbindet Süd-Gloucestershire mit Monmouthshire in Süd Wales, über Beachley, eine Halbinsel zwischen den Mündungen des Severn und Wye. Sie wurde in fünf Jahren für
£ 8 Mio. erbaut und am 8. September 1966 von Queen Elizabeth II. eröffnet.
Die Second Severn Crossing' führt über den River Severn und wurde am 5. Juni 1996 von Prince Charles für den verstärkten Verkehr zwischen England und Wales eröffnet. Sie liegt weiter südlich am Beginn des Severn Ästuars und führt zur M 4 Autobahn. Sie kann mit jeweils 3 Spuren mehr Verkehr aufnehmen als die alte Brücke. Brückenzoll wird auf beiden Brücken nur in Richtung Westen erhoben.
Cardiff (317.500 Einwohner), die Hauptstadt und größte Stadt von Wales, ist der größte Medienstandort außerhalb Londons. Es war bis ins frühe 19. Jh. eine kleine Stadt und wurde mit der Industrialisierung ein größerer Hafen für Kohle. 1905 wurde Cardiff City' und 1955 Hauptstadt von Wales. Seit den 1990er Jahren hat sich Cardiff entlang der Cardiff-Bucht stark entwickelt, wo das Gebäude der neuen Welsh Assembly' entstanden ist. Die Innenstadt wird im großen Stil saniert und es entstanden drei Einkaufsarkaden, St. David's Centre, Queen's Arcade und Capitol Centre. Eine Statue im Maritime Quarter erinnert an Dylan Thomas sehen, außerdem gibt es das Dylan Thomas (Little) Theatre und das Dylan Thomas Centre', das 1995 von Ex - US Präsident Jimmy Carter, einem großen Verehrer von Dylan Thomas eröffnet wurde.
Nördlich von Cardiff liegt der Brecon Beacons National Park. Die höchsten Erhebungen sind Pen y Fan (886 m), Corn Du (873 m), Cribyn (795 m), und Fan y Bîg (719m) und bilden einen hufeisenförmigen Bergrücken. Der Name Beacon' leitet sich von der alten Gewohnheit her, Leuchtfeuer auf den Bergen zu entzünden, um vor Angriffen von den Engländern zu warnen, neuerdings um öffentliche und nationale Ereignisse wie Krönungen oder das Millennium zu feiern. Der Nationalpark besteht seit 1957 und ist für seine Wasserfälle und Höhlen bekannt, außerdem gibt es dort die beliebten walisische Bergponies.
![]()
Südlich der Brecon Beacons liegt das Industriegebiet von Merthyr Tydfil. Dort wurde Eisenerz abgebaut und mit der Zeit wurde es die größte eisenproduzierende Stadt der Welt. Neue Kohlefelder wurden in der Nähe erschlossen, um die Hochöfen der Stadt zu beliefern. Abraum wurde bis in die 1960er Jahre auf Hügeln gelagert. Die Industrie war mittlerweile verstaatlicht worden, aber der National Coal Board' (NCB) übersah die Gefahren, die dort schlummerten. Das kleine Dorf Aberfan geriet am 21. Oktober 1966 in die Schlagzeilen, als sich um 9.15 Uhr eine Abraumhalde vom Merthyr Mountain löste und das Dorf unter sich begrub. Sie zerstörte 20 Häuser und eine Farm, bevor sie schließlich die Pantglas Junior School' völlig zerstörte. Insgesamt wurden 144 Menschen getötet, 116 davon Kinder zwischen 7 und 10 Jahren und 5 Lehrer. Augenzeugenbericht eines Grubenarbeiters:"I saw the tip going in all I can tell you is it was going down at a hell of a speed in waves. I myself ran down the side of No. 3 tip, all the way down towards No. 2 and No.1 tip on the side. As I was running down I heard another roar behind me and trees cracking and a tram passing me. All I could see was waves of muck, slush and water. I was stumbling and I got stuck in a bit of the slurry. I could hear a rush behind me and all I could see was soaking wet slurry like waves coming down, more water than muck itself coming down."
Lord Robens of Woldingham, Vorsitzender des National Coal Board erschien nicht vor Ort und entschuldigte sich auch nicht. Im folgenden Tribunal of Inquiry' wurde der NCB der "Ignorance, Ineptitude and a Failure of Communication" schuldig befunden. In der Halde hatte sich Wasser gesammelt und der Hang hatte sich in Bewegung gesetzt. Es waren bereits zuvor kleinere Rutsche passiert, das Problem war also Management und Grubenarbeitern bekannt, aber nichts war geschehen. Der NBC wurde verurteilt, an die Familien pro Kind £ 500 zu zahlen. Ein Teil des Fonds, £ 150.000, wurden dazu verwendet, die Abraumhalde zu stabilisieren, 1997 zahlte die Labour Regierung die £ 150.000 zurück, die inflationsbereinigt £ 1,5 Mio hätten sein müssen. Laurie Lee (1914-97), Autor von Cider with Rosie, besuchte Aberfan 1967, fast ein Jahr nach dem Unglück. Er fand zahlreiche Touristen und Souvenirjäger vor. Er beschrieb den 'Aberfan Disaster Fund' als "sprawling over the village like some great golden monster which no one could tame or put to use". Diese Erfahrungen beschrieb er in seinem Buch I can't stay long.
Dylan Thomas (1914-1953), in Swansea geboren, ist einer der bekanntesten walisischen Autoren, obwohl er seine Gedichte, Kurzgeschichten und Skripte für Film und Radio in englisch geschrieben hat. Seine Lesungen, besonders in Amerika, brachten ihm großen Beifall ein, seine dröhnende, manchmal großtuerische Stimme mit einem unterschwelligen walisischen Tonfall machten ihn fast so berühmt wie seine Werke. Seine Lesungen begann er stets mit den Worten, "First, I am a Welshman, Second, I am a drunkard, Third, I am a lover of the human race, especially of women."
1938 mietete das Paar ein Cottage in Laugharne in Carmarthenshire, das Thomas berühmt machte. Das Bootshaus in Laugharne, in dem er von 1949 bis 1953 lebte, nachdem es ein Wohltäter für ihn gekauft hatte, ist heute eine Erinnerungsstätte und für Besucher geöffnet. Das Haus steht auf einer Klippe über der Taf-Mündung, dicht neben dem Writing Shed', in dem Thomas viel Zeit verbrachte. Er wurde auf dem Friedhof von Laugharne beigesetzt. Seine Frau Caitlin, die 1994 starb, ist ebenfalls dort begraben.
Zu seinen bekanntesten Werken zählen Under Milkwood, ein Hörspiel mit Personen aus Llaregub, einem fiktiven walisischen Fischerdorf und Do not go gentle into that good night, ein Gedicht von 1951 über seinen sterbenden Vater. Thomas verließ die Schule mit
16 Jahren und arbeitete als Journalist, begann aber bald zu schreiben. Im Frühjahr traf er 1936 seine spätere Frau Caitlin Macnamara im Wheatsheaf Public House' in London und hielt besoffen um die Hand der Tänzerin an. "Caitlin could drink half a bottle of whisky and you would not notice any difference." Es war eine turbulente Ehe, zum großen Teil auch wegen der Alkoholprobleme von Thomas. Obwohl er von sich sagte, I liked the taste of beer', wurde wohl die Menge, die er trank, übertrieben. Eines Tages kam er (1953) zum Chelsea Hotel in New York zurück und rief "I've had eighteen straight whiskies, I think that is a record," - es war aber wohl nur die Hälfte, wie der Wirt des White Horse Tavern' versicherte. 1953 feierte Thomas Triumphe mit der Aufführung von Under Milkwood', wobei er den Erzähler spielte. Im selben Jahr ging es jedoch mit seiner Gesundheit bergab, sein Arzt verbot ihm Alkohol, aber Thomas hielt sich nicht daran. Zwei Tage nach seinem 39. Geburtstag fühlte er sich nach ein paar Bieren in Greenwich Village krank, ging auf sein Hotelzimmer und fiel dort in ein Koma. Vier Tage später, am 9. November 1953, starb er.
Milford Haven mit seinem Naturhafen wird für Öl- und Gasimporte genutzt und war im 18. Jh. ein Zentrum für den Walfischfang. Esso baute 1960 hier eine Raffinerie, die in den 1990er Jahren die zweitgrößte im Vereinigten Königreich war. Im Jahr 1970 stürzte die aus Stahlhohlkästen konstruierte Cleddau-Brücke im walisischen Milford Haven genauso ein wie die Südbrücke in Koblenz. Beide zählten zu den längsten Konstruktionen ihrer Art und wurden ebenfalls nur als Anwendungen bereits erprobter Technik angesehen.
St David's ist die kleinste City des VK mit weniger als 2.000 Einwohnern. Sie ist Geburtsort von St. David, dem Nationalheiligen von Wales und kirchliches Zentrum von Wales. Die Stadt ist um die Cathedral Church of St David gebaut, die zwischen 1868 und 1936 im neugotischen Stil errichtet wurde. Im Mittelalter war sie das Ziel von Wallfahrten. Einer Legende nach sollen zwei Pilgerreisen nach St. David's einer zum Vatikan nach Rom gleichkommen.
St Govan's Point ist der südlichste Punkt der Küste von Pembrokeshire. Nahebei ist St Govan's Kapelle, eine winzige Zelle von 18 mal 12 Fuß. Der größte Teil stammt aus dem 13. Jahrhundert, aber einzelne Teile wie Altar und ein Sitz, in den Fels gehauen, sind vielleicht bereits aus dem 6. Jahrhnundert, als der Heilige hier eine Eremitage errichtete, nachdem er auf wundersame Weise Piraten entkommen war. Dabei soll sich der Felsen geöffnet, ihn umschlossen und somit vor den Verfolgern versteckt haben. Eine andere Geschichte verbindet Sir Gawain, Arthurs Neffen, mit diesem Ort. Er soll hier begraben sein, nachdem er sein Leben vor Arthur als Einsiedler beenden wollte.
![]()