Freundschaftskreis Koblenz – Norwich
Deutsch - Britischer Club e. V.

 

Norwich - a fine city

(if you want to learn the second meaning of "a fine city" click on the sign)

'A fine old city, truly, is that, view it from whatever side you will; but it shows best from the east, where the ground, bold and elevated, overlooks the fair and fertile valley in which it stands. Gazing from those heights, the eye beholds a scene which cannot fail to awaken, even in the least sensitive bosom, feelings of pleasure and admiration. At the foot of the heights flows a narrow and deep river, with an antique bridge communicating with a long and narrow suburb, flanked on either side by rich meadows of the brightest green, beyond which spreads the city; the fine old city, perhaps the most curious specimen at present extant of the genuine English town.'
(George Borrow, 'Lavengro')
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A tour through Norwich
Der Stadtrundgang beginn am Fluss Wensum gegenüber dem Bahnhof. Man folgt ein paar Meter der Prince of Wales Road und biegt hinter der Brücke nach rechts ab.

Der Weg führt durch den Biergarten des "Compleat Angler" Pub.

Über eine Treppe kommt man zum "Riverside Walk" , der mit kleinen bunten Plaketten in der Ziegelsteinmauer ausgewiesen wird. Es wird Ihnen auffallen, daß hier überall recht junge Bäume stehen; sie wurden gepflanzt, nachdem der verheerende Sturm von 1987 die alten vernichtet hatte. Auf der anderen Flußseite ist die "Mooring Station" von Norwich, wo die Boote anlegen, die von den Norfolk Broads kommen und hier ihren Proviant besorgen.

Etwas später kommt man zu Pull's Ferry, nach dem Fährmann Pull benannt. Der Weg hoch zur Kathedrale war früher ein Kanal, auf dem die Normannen die schweren Kalksteine aus Caen in Frankreich transportieren ließen (die Flints, Feuersteine der Kathedrale, stammen aus Norfolk, die mittelalterlichen Anbauten sind aus Stein aus Northampton). Da Arbeit bekanntlich schweißtreibend ist, gibt es auf halbem Wege, wenn man nach rechts abbiegt, den "Adam & Eve" Pub (17, Bishopsgate) von 1249, dem ältesten von Norwich. 

Rechts vom Weg sehen Sie die Playgrounds der King Edward VI's School, einer Public School, d.h. einer exklusiven Privatschule, für die Gebühren bezahlt werden müssen. 

Die Gebäude im "Cathedral Close" sind "erste Adresse" in Norwich, hier haben etablierte Anwälte ihre Praxen, aber auch der Bischof von Norwich mit Familie und weitere Kirchenbedienstete wohnen hier. Wenn Sie im 'Close' vor dem Seiteneingang der Kathedrale liegt rechts das Grab von Edith Cavell, die im Ersten Weltkrieg in Belgien Engländer vor den Deutschen versteckt hielt und deshalb getötet wurde.
Auf der Rasenfläche vor der Kathedrale steht eine Statue von Admiral Lord Nelson, der aus Burnham Thorpe (Nord-Norfolk) stammt und in Norwich zur Schule ging. Seit seinem Sieg in der Seeschlacht von Trafalgar (1805) ist er der (See-) Held Großbritanniens. Sein berühmter Ausspruch vor der Schlacht lautete: "England expects every man to do his duty." 

Norwich Cathedral wurde unter dem ersten Bischof von Norwich, Herbert de Losinga, im Jahr 1096 begonnen, aber erst 1278 geweiht. Sie hat einen Normannischen Grundriß, ist aber im Perpendicular Stil (Hochgotik) erbaut, mit einem phantastischen "Fan-Vaulting", einem fächerartig ausladendem Gewölbe, das es in ähnlich vollkommener Weise nur in King's College Chapel (Cambridge) oder in Windsor gibt. Der Kirchturm ist mit 96 Metern der zweithöchste Englands (die Engländer lieben Superlative) – Salisbury hat den höchsten! Gönnen Sie sich einen Blick auf die Cloisters, die Kreuzgänge, ebenfalls mit schönen Deckengewölbe. Seien Sie unbesorgt, wenn es Sie anstrengt, den Kopf nach oben zu richten. Die Engländer sind praktisch denkende Menschen und haben fahrbare Spiegel bereitgestellt, die Ihnen diesen Kraftakt abnehmen. Durch eine kleine Tür aus der Kathedrale gelangen Sie zuletzt in den Cathedral Shop, in dem die unermüdlichen Helferinnen des Bischofs Souvenirs verkaufen. 

Von dem Haupteingang der Kathedrale blicken Sie nun auf Erpingham Gate (1420), durch das Sie auf den geschäftigen Platz "Tombland" kommen. Hier stehen Sie an der Stelle, wo sich die sächsische Stadt "Northwic" entwickelte (der Name kommt vom sächsischen "toom", d. h. ein offener Raum).

Wenden Sie sich nach rechts und gehen entlang der Wensum Street und biegen an der nächsten Kirche aus Flint-Steinen (hier haben die Pfadfinder ihr Quartier) links in Elm Hill mit seinen "cobbles", dem runden Pflaster, das jede Frau mit Stöckelschuhen verflucht und erfreuen Sie sich an den herrlichen Fachwerkhäusern aus dem 16. Jahrhundert, genauer gesagt von 1501, die nach einem Feuer neu entstanden sind.  Leider "have they developed a certain patina." Der Name der Straße kommt von einer Ulme, die traditionell auf dem offenen Platz am anderen Ende der Straße auf einem Hügel stand. Sie ist mindestens dreimal ersetzt worden, zuletzt 1980. Wegen des Ulmensplintkäfers wurde sie jedoch durch eine Platane ersetzt. Als Kompensation dafür, daß man mit einer alten Tradition brechen mußte, errichtete man neben dem Baum eine alte Wasserpumpe. In der Straße lebten wohlhabende Händler, bis Norwich so groß wurde, daß sie es vorzogen, außerhalb der Stadt zu wohnen. Die Straße erhielt ihren guten Ruf dadurch, daß sechzehn seiner Bewohner Bürgermeister oder Sheriffs waren. Um die Jahrhundertwende war die Straße dann allerdings so verkommen, daß der Stadtrat beschloß, die Häuser abzureißen, aber die Stimme des Oberbürgermeister bewahrte sie davor. Danach wurde Haus um Haus renoviert. Wenn Sie einmal ruhig stehen bleiben – die Autos stören hier wirklich – und genau hinhören, vermeinen Sie vielleicht Geräusche von vielen Füßen zu hören. Der Bauernrebell Robert Kett aus Wymondham brach hier mit seinen 20.000 Männern im Sommer des Jahres 1549 durch, bevor sie sich dann auf Mousehole Heath ("Kett's Heights") auf der anderen Wensum-Seite verschanzten. Sie protestierten gegen die hohen Steuern und das Einfrieden des Allmendlandes durch die Landbesitzer, den Auswirkungen des sog. "Enclosure Act". Nach sechs Wochen wurden sie durch Armeen aus London besiegt und Kett wurde in Ketten von den Mauern des Castle gehängt, bis er qualvoll starb. 

Am Ende von Elm Hill steht an der Ecke ein gelbliches Fachwerkgebäude, ein Café, in dem Sie vielleicht ein Tasse Tee und hausgemachten Kuchen probieren sollten. Sie können aber auch gegenüber, auf der Rückseite von St. Andrew's, durch eine Pforte in der Flintmauer, über eine Treppe in die Krypta der Kirche gelangen, wo Sie ebenfalls Tee trinken können. So gestärkt gehen sie am Ende von Elm Hill nach links, bei der Princes Street wieder rechts (werfen Sie aber trotzdem zuerst noch einen Blick auf die Princes Street, es lohnt sich, besonders abends, wenn die aus dem 18. Jahrhundert stammenden Gebäude angestrahlt sind). Die große Kirche aus Flint zu Ihrer rechten Seite besteht eigentlich aus zwei Teilen, St. Andrew's and Blackfriar's Halls von 1470, die bis 1540 den Dominikanermönchen gehörte und später den holländischen Siedlern ("Strangers") als Kirche diente. Heute finden hier sehr weltliche Dinge statt: Flohmarkt, Ausstellungen und im Oktober eines Jahres Schauplatz des Beer Festivals, wenn die CAMRA (Campaign for Real Ale) hier mehr als hundert verschiedene Biersorten, auf Gerüsten gestapelt, anbietet. Dazu spielt eine kräftige Brass Band "all our yesterdays"

An der Fußgängerampel queren Sie die Straße (links lassen Sie Cinema City liegen) und biegen links in Bridewell Alley. Gleich links das Bridewell Museum. Die Straße hat leider viel an Charm verloren, seit der Mustard Shop von Colman's und Hovell's mit Produkten aus Weiden von den Broads umgezogen sind..

Anschließend biegen Sie nach rechts und fast gleich wieder nach links, dort gehen Sie eine schmale Gasse hoch und kommen auf London Street, die 1967 Englands erste Fußgängerzone wurde! Sobald Sie einen (Durch-)Blick auf den hohen Turm des Rathauses haben, gehen Sie halbrechts. An der Ecke zum Marktplatz mit seinen bunten Ständen liegt rechts an der Ecke Jarrold's – Namensübereinstimmungen mit der Vorsitzenden des Freundschaftskreises in Norwich sind richtig. Die Familie Jarrold, wie auch die Colmans, spielten zu Beginn des vorigen Jahrhunderts eine große Bedeutung bei der Wiederbelebung der Wirtschaft von Norwich als Folge des Niedergangs der Webereien. Das Warenhaus wurde 1840 gebaut, die Front 1902 von George Skipper neugestaltet.

Vor den bunten Marktständen verläuft derGentleman's Walk, wo man mehr als 300 Jahre lang flanierte, um dem geschäftigen Leben des Marktes zu entrinnen. Hier war auch die Haltestellen der großen Postkutschen von Yarmouth, London und Kings Lynn.

Geradeaus vor Ihnen liegt die alte Guildhall aus Flint, früher Gericht der Stadt (mit Kleinst-Gefängnis im Keller), heute ist hier eine gemütliche Teestube, wo sie auch die gute Schokolade von Caley's erstehen können.

Links dahinter das Rathaus der Stadt, City Hall von 1926.

Der Markt ist der größte offene Markt in England und wurde vor kurzem saniert, trotzdem sind die Händler nicht zufrieden, die Miete erscheint ihnen zu hoch.

Neben dem Markt liegt die Kirche St. Peter Mancroft. Gegenüber liegt das Forum, das neue Kommunikationszentrum von Norwich mit Geldern der National Lottery errichtet, nachdem hier die alte Bücherei abgebrannt war. Heute sind hier die Bücherei, BBC Radio Norfolk und die Tourist Information untergebracht, daneben laden Restaurants zum Verweilen ein.
Wenn man vor dem Forum noch einen kleinen Blick nach rechts zumRathaus wirft, kann man noch einen Blick auf unseren gelben Briefkasten werfen.

Der Weg geht vorbei am Assembly House und dem Theater

Die Castlegate Shopping Mall entstand auf dem Gelände der ehemaligen Schokoladenfabrik von Mackintosh, dessen Bau viel Unruhe bei den Einzelhändlern von Norwich hervorgerufen hat. Trotzdem muss man eingestehen, dass die Mall gut angelegt ist und einige hochwertige Läden wie das "House of Frazer" nach Norwich gebracht haben. Das Einkaufszentrum liegt zentral an der inneren Ring Road und hat eine mehrgeschossiges Parkhaus. Ein Ausgang ist an die Red Lion Street angebunden.

Wenn man ein paar Schritte zurückgeht und den Gentleman's walk überquert, komm man zur Jugendstil-Arkade des Norwicher Architekten George Skipper, der Royal Arcade mit hübschen Geschäften, u.a. der Mustard Shop von Colman's und eine Filiale der Bücherhauskette Waterstone's. Bei ihrem Eröffnung im Mai 1899 wurde sie als ein "Fragment der Arabischen Nächte" gefeiert, das in das Herz der alten Stadt gefallen war. Die Arkade ist besonders bemerkenswert wegen seiner 'Art Nouveau' -Doulton Kacheln. Am Ende der Arkade quert ein schmale Einkaufsstaße "Back of the Inns", die ursprünglich dazu gedacht war, den Abfall und Mist aus den Kneipen mit dem Giebel zum Markt zu entsorgen.

Nun sehen Sie schon überall Hinweise auf die Castle Mall, die zweite "Shopping Arcade" , die unterhalb des Castle mit viel Glas an einen Viktorianischen Wintergarten erinnern soll. Weiter hinten geht das Zentrum in eine höhere Bebauung über. Dieses Einkaufszentrum ist architektonisch sehr aufwendig gestaltet und passt sich hervorragend in die Umgebung des alten Cattle Market ein. Leider hat die Mall von Anfang an Schwierigkeiten, alle Geschäfte zu vermieten und es fehlte ein Anchor Shop. Die Eröffnung der zweiten Mall hat, die Situation verschlimmert und den Leerstand vergrößert.

Wenn Sie den kurzen Weg zum Castle hochgehen – der Hügel ist (im elften Jahrhundert) künstlich aufgeschüttet worden – können Sie einen schönen Blick auf Norwich werfen. Das Castle selbst ist normannischen Ursprungs, etwa zur selben Zeit wie die Kathedrale entstanden, das heutige Erscheinungsbild ist weitgehend das Ergebnis einer grundlegenden Renovierung in den 1830er Jahren. Falls Sie in das Museum gehen (es lohnt sich, und Sie können auch in einer Cafeteria eine Teepause einlegen!), sollten Sie sich die Bilder der Norwich School of Painters anschauen. Für den Liebhaber gibt es aber auch eine riesige Sammlung aller erdenklichen Formen von Teapots.

Der weitere Weg führt durch die Kings Street, eine Redevelopment Area. Hier stand einst die Norwich Brewery. Eines der mit Geldern der National Lottery sanierten Gebäude ist das mittelalterliche Gebäude eines reichen Händlers, Dragon Hall, heute als Schulungszentrum gedacht und für uns als Freundschaftskreis wichtig, das Twinning Centre.

Vorbei an noch nicht sanierten Gebäuden geht es für die neue Novi Sad Bridge mitten ins Riverside Development Gebiet, wo eine gemischte Bebauung realisiert wird, Wohnhäuser, Geschäfte und - für uns wichtig - durch die Koblenz Avenue erschlossen. Leider hat auch die große Zahl von Lokalen dazu geführt, dass hier am Wochenende regelmäßig Binge Drinking stattfindet. Die rege Bautätigkeit geschieht vor allem entlang des Wensum, wo aus den alten Lagerhallen schicke Lofts entstehen. Kurz bevor am zur Outer Ring Road gelangt, sieht man noch das Fußballstadion der Norwich Canaries, die zur Zeit auch etwas glücklos operieren.

Die Koblenz Avenue wurde im Jahr 2000 feierlich eröffnet und erschloss das Sanierungsgebiet "Riverside Development."

Norwich Railway Station ist ein imposanter Bau aus dem viktorianischen Zeitalter, der vor kurzem saniert wurde. Auf dem Fluß Wensum kamen früher die Seeschiffe bis in das Industriegebiet von Norwich flußabwärts, heute sehen Sie nur die Wohnboote, die über die Kanäle und die Broads nach Norwich zum Einkaufen kommen.